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100 bis 120 Wohnungen sollen an der Sudetenstraße in Höhe der Ludwigstraße auf einer Länge von 275 Metern bis zum Bahnhof entstehen.

Aufstellungsplan beschlossen

100 neue Wohnungen in Linden: Geplantes Baugebiet rückt näher

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Eine deutliche Mehrheit hat sich im Lindener Stadtparlament für den Bau von vier Mehrfamilienhäusern zwischen Sudetenstraße und Bahngleisen ausgesprochen.

Linden - Das geplante Baugebiet in Großen-Linden zwischen der Sudetenstraße und den Bahngleisen mit rund 100 Wohnungen hat die erste Hürde genommen. Im Lindener Stadtparlament hat am Dienstag eine deutliche Mehrheit von 23 Abgeordneten den Aufstellungsbeschluss für das 20 Millionen Euro teure Projekt verabschiedet, sechs Stadtverordnete stimmten dagegen.

Vier Mehrfamilienhäuser sollen in dem Bereich in Höhe der Ludwigstraße auf einer Länge von 275 Metern bis zum Bahnhof entstehen. Das 1,6 Hektar große Areal diente einst dem Mangan-Erztransport und liegt seit Jahren brach. Nach Protesten von Anwohnern soll die Bebauung nun näher in Richtung der Gleise rücken, um den mit Bäumen und Büschen bewachsenen Grünstreifen zwischen der Straße und dem Areal des einstigen Güterbahnhofs zu erhalten.

Linden: Kritik am Standort kommt von Grünen

Zustimmung erhielt das Vorhaben von den Fraktionen der CDU, der Freien Wähler und Teilen der SPD. "Es bietet sich eine kreative Chance, eine Industriebrache zu erschließen", sagte Frank Hille, der Fraktionsvorsitzende der CDU. "Und das grüne Band durch die Stadt bleibt erhalten." In Linden herrsche hoher Bedarf an Wohnungen. Hille erinnerte daran, wie der Landkreis vor zwei Jahren darauf hingewiesen hatte, dass es in Linden insbesondere an Zwei-Zimmer-Wohnungen und an bezahlbarem Wohnraum mangelt.

Kritik kam unterdessen von den Grünen. Das so nah an den Bahngleisen liegende Gelände sei ungeeignet für eine Wohnbebauung, sagte Renate Geiselbrechtinger. Es gebe genug Studien, die aufzeigten, dass Lärm durch Zugverkehr bei Anwohnern Stress auslösen könne, der Herzerkrankungen und Schlaganfälle begünstige. Axel Globuschütz merkte an, dass man doch eigentlich die langfristige Planung im Rahmen des Stadtentwicklungskonzepts "Linden 2036" abwarten sollte. "Passt das Wohngebiet in dieses Konzept?", fragte er. Seine Haltung zu dem Projekt sei daher ambivalent.

Gudrun Lang von der SPD-Fraktion bemängelte, dass man nur die Interessen von Investoren bediene. "Die Stadt entwickelt nicht. Sie nimmt nur wahr." Sie vermisse außerdem eine konkretere Festlegung darauf, in welchem Ausmaß bezahlbarer Wohnraum an der Sudetenstraße entstehen soll. Darüber dürfte in den kommenden Monaten weiter diskutiert werden. Denkbar sind den Investoren zufolge Sozialwohnungen oder auch eine gedeckelte Miete für einen Anteil der Wohnungen.

Linden: 1700 Quadratmeter für Gewerbe

Auf der Seite der Gleise soll viergeschossig gebaut werden, an der Sudetenstraße mit drei Stockwerken. Neben der neuen Wohnbebauung planen die Investoren außerdem in Richtung zum Lückebachtal ein 1700 Quadratmeter großes Gewerbegrundstück. Dort solle sich ein mittelständisches Unternehmen auf drei Stockwerken mit Bürofläche ansiedeln können, sagte Architekt Felix Feldmann. Eine Tiefgarage ist geplant, auch in Anbindung zum Gewerbegrundstück. Ebenerdig sind drei Parkhöfe mit jeweils bis zu sechs Stellplätzen möglich.

In den Wohngebäuden sollen die Treppenhäuser, Flure und Sanitärräume zur Bahnseite hin angelegt sein.

Ursprünglich sollte der Bau in einem vereinfachten Verfahren erfolgen, nun haben die Stadtverordneten am Dienstag ein zweistufiges Regelverfahren inklusive Umweltprüfung beschlossen. Vor dem Satzungsbeschluss soll der Magistrat außerdem einen städtebaulichen Vertrag mit den Investoren schließen. (Foto: Henß)

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