+
Die Anwohner protestieren vor dem Lindener Rathaus.

Bürgerproteste

496 Unterschriften gegen Baupläne in Großen-Linden

  • schließen

Die Anwohner der Sudetenstraße in Großen-Linden wehren sich gegen die Bebauung des Grünstreifens zwischen ihnen und der Bahnstrecke. Im Rathaus übergaben sie nun Unterschriften.

Linden - Diese Pläne stoßen auf Widerstand: Auf dem Grünstreifen zwischen Sudetenstraße und der Bahnstrecke in Großen-Linden sollen 70 Wohnungen entstehen. Hiergegen wurden nun Unterschriften gesammelt und im Rathaus übergeben.

Am Dienstag vergangener Woche wurden in der Bauausschusssitzung die Pläne vorgestellt, wonach auf dem Grüngürtel und der Sudetenstraße in Großen-Linden zwischen dem Bahnhof und der Ludwigstraße und darüber hinaus Wohngebäude entstehen sollen. Der Bauausschuss sprach sich mehrheitlich für eine Empfehlung aus, den Flächennutzungsplan dafür zu ändern. Heute in der Stadtverordnetenversammlung wird das Thema erneut aufgerufen.

Linden: 70 Wohnungen angedacht

Allerdings hat sich Widerstand gegen diese Pläne formiert. Bereits in der Bauausschusssitzung vor einer Woche waren 40 Anwohner der Sudetenstraße vor Ort, die diesem Vorhaben ablehnend gegenüberstehen. So wurde eine Unterschriften-Aktion gestartet, bei der sich bislang 496 Lindener "gegen die Bebauung der Sudetenstraße in Großen-Linden" aussprachen. Diese Liste wurde gestern Bürgermeister Jörg König überreicht.

Der Rathauschef freute sich einerseits über soviel Engagement und stellte in dem kurzen Gespräch mit den Anwohnern Christina Frank-Eichberger, Karin Zöller, Doris Walden sowie Andreas Eichberger und Alfred Frodl fest: "Man sollte in der Politik nichts gegen die Bürger machen." Andererseits könnten auf diese Weise 70 neue Wohnungen in Großen-Linden entstehen.

Linden: Bäume wachsen seit Jahren

Bürger der Sudetenstraße wiesen in einer Erklärung darauf hin, dass die Straße einseitig bebaut ist. "Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich ein seit vielen Jahren bestehender Grüngürtel mit sehr alten Bäumen wie Robinien, Kastanien, Eichen, Linden und Birken sowie bewirtschafteten Kleingärten, die auch Lebensraum für viele Tierarten bieten", heißt es in einer Mitteilung der Anwohner. "In der Ferne eröffnet sich ein beeindruckender Weitblick".

"All das soll für ein massives Bauprojekt mit 70 Wohnungen auf engstem Raum in nur wenigen Metern Abstand von den Bahngeleisen geopfert werden." Wie die Anwohner weiter mitteilten, gebe aufseiten vieler Lindener Bürger grundsätzliche Bedenken. So werde auf diese Weise der Schutz- und Lebensraum zahlreicher Tiere und Pflanzen zerstört. In diesem Zusammenhang wird auch auf das Ergebnis der Studie "Klimprax Stadtklima" hingewiesen, wonach innerstädtische Grünzüge an Bedeutung gewinnen.

Linden: Stadtverordnete tagen am Dienstag

"Junge Familien, die in der Sudetenstraße in den letzten Jahren in Bestandsimmobilien investierten, haben sich bewusst für ein Wohnen in einer Ortsrandlage im Grünen entschieden", stellten die Anwohner fest. Sie fordern, stattdessen an anderer Stelle Bauplätze zu schaffen und die vorhandenen Baugebiete auszureizen.

"Ein ganzheitliches und langfristiges Stadtentwicklungskonzept mit ausreichend Grünflächen wird in Linden dringend benötigt." Darüber hinaus erwarten die Anwohner, dass sich die Verkehrssituation, die bereits heute als kritisch angesehen wird, durch die "geplante dichte Bebauung voraussichtlich weiter verschärfen werde, Außerdem befürchten sie, dass, sollte das Bauvorhaben verwirklicht werden, in Großen-Linden ein Ghetto entstehen würde. "Es passt da nicht hin", sagt Christina Frank-Eichberger.

Die Stadtverordneten tagen am Dienstag um 20 Uhr in den "Ratsstuben".

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare