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Der Kölner Bildhauer Gunter Demnig will in Linden vier weitere Stolpersteine verlegen.

Linden bekommt weitere Stolpersteine

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Linden (pm). In Großen-Linden werden zur Erinnerung an ermordete jüdische Bürger vier Stolpersteine verlegt. Dazu kommt der Kölner Künstler Gunter Demnig am Dienstag, 22. Oktober, in die Stadt. Die Aktion wird organisiert vom Heimatkundlichen Arbeitskreis Linden. Treffpunkt ist um 9 Uhr in der Bahnhofstraße 2.

Mit dem Verlegen der Stolpersteine wird an Lina Simon, 65 Jahre, Bahnhofstraße 2; Anna Marx, 59 Jahre, Bahnhofstraße 4; Berthold Edelmuth, 75 Jahre, und Lina Edelmuth, 59 Jahre, Falltorstraße 6, erinnert. Sie wurden 1942 in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert und ermordet.

Klara und Anna Marx sowie Lina Simon wurden von Großen-Linden aus deportiert. Die Eheleute Berthold und Lina Edelmuth waren am 12. Juli 1939 nach Frankfurt am Main gezogen, um den Repressalien in Großen-Linden zu entgehen. Sie wurden 1942 von dort in das Konzentrationslager Theresienstadt verschleppt. Berthold Edelmuth starb dort ein halbes Jahr später. Lina Edelmuth wurde von diesem Lager am 15. Mai 1944 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert, wo sie ermordet wurde.

Da der letzte frei gewählte Wohnort von Berthold und Lina Edelmuth Großen-Linden war, werden auch für sie zwei Stolpersteine verlegt.

Für Klara Marx wurde auf Initiative der 10. Gymnasialklasse der Anne-Frank-Schule bereits im April 2008 auf dem Bürgersteig vor dem ehemaligen Wohnhaus Bahnhofstraße 4 der erste "Mahnstein gegen das Vergessen" im Landkreis Gießen verlegt - ebenfalls von Gunter Demnig.

Für die im September 1942 deportierten und ermordeten jüdischen Leihgesterner Mitbürger Alfred, Berthold, Betty, Louis und Klara Bauer sowie Julius, Ida, Alexander und Hedwig Weisenbach, wurde im November 2015 an dem Haus Ecke Kirchstraße/Kantstraße eine Gedenktafel angebracht.

Bürgermeister Jörg König, Pfarrerin Edith Höll von der evangelischen Kirchengemeinde Großen-Linden sowie Schülerinnen und Schüler der Anne-Frank-Schule werden bei der Verlegung anwesend sein.

Die Aktion ist öffentlich, eine rege Beteiligung wäre dem Anlass entsprechend wünschenswert, schreibt der Vorstand des Heimatkundlichen Arbeitskreises. (Foto: dpa)

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