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Licht aus in Linden

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Von: Constantin Hoppe

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Durch das nächtliche Abschalten der Straßenbeleuchtung könnte in Linden viel Energie gespart werden. SYMBOLBILD: DPA © Constantin Hoppe

Linden (con). Um Stromkosten zu sparen schalten immer mehr Städte und Gemeinden nachts ihre Straßenlaternen ab. In Linden machte nun die Fraktion der Grünen den Versuch, ein solches Projekt umzusetzen um den Energieverbrauch in der Stadt nach unten zu regulieren.

Nach dem Antrag der Fraktion sollte die nächtliche Straßenbeleuchtung in der Stadt von 1 Uhr bis 5 Uhr nachts abgeschaltet werden. Davon ausgenommen werden sollen jedoch Bereiche wie der Bahnhof, Bushaltestellen und sogenannte »Angsträume«.

Doch die Machbarkeit dieses Vorhabens ist fraglich, erklärte in der Sitzung am Mittwochabend Nico Herzberger, der Verantwortliche für den Bereich Straßenbeleuchtung bei der Oberhessischen Versorgungsbetriebe AG (OVAG). Auch innerhalb des Energieversorgers liefen Überlegungen, wie die Kommunen noch in diesem Winter Energie einsparen könnten. Dabei kam man hier zu dem Ergebnis, dass ein nächtliches Lichtabschalten einzelner Kommunen nicht sinnvoll wäre. »Die Straßenbeleuchtung wird über eine zentrale Steueranlage kontrolliert. Deshalb wäre es nur möglich, eine Abschaltung vorzunehmen, wenn alle Kommunen im Gebiet der OVAG mitmachen und sich auf eine Uhrzeit einigen würden.« Das heißt, die 54 Kommunen zwischen Bad Vilbel in der Wetterau und Schlitz im Vogelsberg müssten zusammen kommen und eine Uhrzeit festlegen.

Zudem ist es rein technisch für die OVAG nicht möglich, einzelne Straßenlampen im bestehenden Netz abzuschalten. »Es gibt in Linden insgesamt 52 Trafo-Stationen, die die rund 1700 Straßenlampen steuern. Diese müssten bei einer teilweisen Nachtabschaltung alle ausgetauscht werden.« Das würde mit - durchaus überschaubaren - Kosten in Höhe von 13 000 Euro einhergehen. Laut Straßenverkehrsordnung sind allerdings alle Straßenleuchten, welche nicht die ganze Nacht betrieben werden, auf Kosten der Stadt mit dem Verkehrszeichen 394 (Laternenschild oder -ring) zu kennzeichnen.

Eine Abschaltung der nächtlichen Straßenbeleuchtung von 0 bis 5 Uhr würde laut Herzberger mit einer Energieeinsparung von 39 Prozent einhergehen. Das bedeutet, jährlich könnten bis zu 15 600 Euro an Stromkosten eingespart werden - das entspricht 1,17 Euro pro Lindener Einwohner.

Doch gab Herzberger dem Ausschuss zu Bedenken, dass die nächtliche Beleuchtung auch zum Sicherheitsgefühl der Menschen beiträgt: »Schon jetzt kommen immer wieder Beschwerdeanrufe bei der OVAG an, ob man nicht die Beleuchtungsstärke erhöhen könnte, da sich Menschen unwohl fühlen würden«, sagte er.

Dieser Punkt wurde vom Ausschussvorsitzenden Burhard Nöh (CDU) angemerkt: »Als Polizist weiß ich, dass sich viele Menschen im Dunklen fürchten.«

Im Lindener Bauausschuss erhielt der Antrag der Grünen bei sieben Gegenstimmen keine Beschlussempfehlung: Lediglich die Grünen-Fraktion gab ihre Zustimmung.

Straßensanierung vorgeschlagen

Gleich noch einmal ums Licht ging es in einem Antrag der Freien Wähler. Auf Antrag der Fraktion soll eine Sanierung der Lindener Gäßchen geplant werden. Die kleinen Gassen, die sich überwiegend im alten Großen-Lindener Ortskern sowie der angrenzenden Weinstraße, dem Heeggraben und dem Mahrweg befinden, sind meist in einem schlechten Zustand. Der Straßenbelag ist uneben und die Gäßchen sind unbeleuchtet. Das soll sich auf Wunsch der Freien Wähler ändern.

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