Koordinationstalent macht sich bezahlt

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Linden/Gießen(pm). Ihrer Freundin ist Regine Krampen noch heute dankbar. Denn die hatte gelesen, dass das Regierungspräsidium Gießen (RP) eine Pflegefachkraft sucht und war gleich der Meinung: "Das passt." Jetzt, rund zehn Jahre später, kann Krampen bestätigen: Es passt - und zwar bis heute. "Die Stellenanzeige hängt immer noch an meiner Pinnwand", lacht die Lindenerin, die seit 25 Jahren im öffentlichen Dienst arbeitet.

In einer kleinen Feierstunde gratulierte der stellvertretende Regierungsvizepräsident Manfred Becker der 58-Jährigen zum Jubiläum. Er dankte ihr im Namen des Landes Hessen und des Regierungspräsidiums für die qualifizierte Arbeit. Glückwünsche kamen auch vom Personalrat.

Wer sich mit Regine Krampen unterhält, merkt schnell: Sie geht in ihrem Job auf, hat berufsbegleitend sogar zweimal studiert, um sich weiter zu qualifizieren. Doch was macht eigentlich eine Pflegefachkraft?

Ihr Arbeitsalltag im RP dreht sich um die Aufsicht von Pflegeheimen, Tagespflegeeinrichtungen und Hospizen. Zuständig sind sie und ihre Kollegen auch für Einrichtungen, die volljährige behinderte Menschen betreuen, sei es dauerhaft oder zeitweise. "Für Angehörige wird unsere Arbeit insbesondere sichtbar, wenn es zu Beschwerden kommt", gibt Krampen einen Einblick. Denn denen gehen die Mitarbeiter in den hessischen Ämtern für Versorgung und Soziales in der Regel unmittelbar vor Ort nach. Außerdem unterstützt die zuständige Betreuungs- und Pflegeaufsicht die Arbeit der Einrichtungsbeiräte.

Krampens Hauptaufgabe besteht in der fachlichen Koordination. Außerdem gilt es, sich pflegefachlich stets auf dem aktuellen Stand zu halten. Ihr Wissen und ihre Erfahrung sind auch in Gremien gefragt, beispielsweise als Leiterin einer Arbeitsgruppe zur Entbürokratisierung der Pflegedokumentation in Hessen.

Ursprünglich hat Regine Krampen in Marburg eine dreijährige Ausbildung zur Krankenschwester gemacht und danach am Kreiskrankenhaus Wetzlar gearbeitet. Nach der Erziehungszeit wechselte die zweifache Mutter an die Uniklinik in Gießen, wo sie von 1993 bis 2008 tätig war. Doch damit nicht genug.

Im Oktober 2004 begann die damals 43-Jährige ihr Bachelorstudium im Fach Pflegewissenschaft an der privaten Universität Witten/Herdecke, das sie 2008 erfolgreich abschloss. "Das wollte ich immer machen, wenn die Kinder alt genug sind", sagt die Lindenerin. Sie ist sich sicher, dass ihr dieses Studium auch die Tür zum RP geöffnet hat. "Es hat mich auf meine heutige Tätigkeit sehr gut vorbereitet."

Doch bevor sie zum RP kam, waren die Klinik Essen-Mitte und das Klinikum der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt weitere berufliche Stationen. In Essen arbeitete sie als Koordinatorin "Qualitätsmanagement Pflege". In Frankfurt übernahm sie die "Gruppenleitung Pflegedienst" im Zentrum für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Im November 2010 fing Krampen im Gießener RP an. Da es im beruflichen Alltag auch immer um ethische Fragen geht, absolvierte die 58-Jährige noch ein Masterstudium in Angewandter Ethik im Gesundheits- und Sozialwesen. Das schloss sie 2019 mit der Gesamtnote 1,1 ab. "Das Studium lag mir sehr am Herzen", sagt Krampen rückblickend. Die hier erworbenen Kompetenzen sind "in hohem Maße hilfreich".

Ihre Tätigkeit gefällt der Lindenerin "ausgesprochen gut". Hat die Corona-Pandemie im Job zusätzliche Arbeit zur Folge, sorgt das Virus bei der dreifachen Oma privat für freie Zeit. Denn als passionierte Sängerin in der Petruskantorei Gießen und als Fußballfan kann sie ihren beiden größten Hobbys derzeit nicht nachgehen. FOTO: PM

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