Jörg Schormann
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Jörg Schormann

Ein Kompass für mehr Sicherheit in Linden

  • vonConstantin Hoppe
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Linden(con). Wie kann Linden sicherer werden? Schaut man sich die Entwicklung der Kriminalitätsstatistik an, könnte man meinen, dass das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung dort relativ hoch sein müsste - seit mehreren Jahren sinkt die Zahl der Straftaten in Linden; sie liegt im Vergleich zu anderen Kommunen in Mittelhessen unter dem Durchschnitt.

Aber die offizielle Statistik spricht nur eine emotionslose Sprache: "Jeder Mensch hat ein anderes Sicherheitsempfinden und jeder sieht andere Problemstellen", erklärt Jörg Schormann, der beim Polizeipräsidium Mittelhessen Beauftragter für die Sicherheitsinitiative "Kompass" (KOMmunalProgrAmm SicherheitsSiegel) ist. Mit dem bundesweit einmaligen Programm will das Land Hessen den Kommunen zur Seite stehen und mit ihnen gemeinsam neue Konzepte zur Schaffung von noch mehr Sicherheit erstellen. Die Stadt Linden ist dieser Initiative 2020 beigetreten.

Zur ersten Sicherheitskonferenz im Rahmen dieses Projekts sollten am Dienstag nun Vereine, Gruppen und Schulen mit ins Boot geholt werden. Projektpartner von Polizei und Kommune stellten sich vor.

Und dabei ergaben sich schon die ersten Handlungsoptionen, die man mit der Initiative angehen könnte: Etwa wenn es um die Sicherheit auf dem Schulweg geht. Das Thema "Elterntaxis" etwa ist immer wieder im Gespräch.

Das erklärte die Leiterin der Burgschule, Sabine Wagner. "Die Eltern haben ein Unsicherheitsgefühl für ihre Kinder auf dem Schulweg - etwa, weil Fußgängerampeln bei Rot überfahren werden." Ein Problem, das bereits in anderen "Kompasss"-Kommunen ebenfalls auftauchte, wie Schormann berichtete. Ein weiterer, geradezu klassischer Fall ist die Beleuchtung des Friedhofwegs in Großen-Linden, die von vielen als unzureichend empfunden wird.

Ein Vorteil der Initiative ist, dass man für alle Problemstellen eigene Maßnahmen ergreifen kann - man ist nicht auf bereits bestehende Aktionen angewiesen. So können Polizei, Kommune und Bürger gemeinsam Lösungen erarbeiten.

Kommunen, die sich unter Anleitung der bei den hessischen Polizeipräsidien angesiedelten "Kompass"-Spezialisten dem Programm anschließen und Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit im öffentlichen Raum umsetzen, erhalten das entsprechende Siegel und sorgen aktiv für die Sicherheit der Bürger vor Ort.

Umfrage geplant - weitere Konferenz

Durch gezielte Analysen von Problemen und Schwerpunkten lassen sich auf der Grundlage einer fundierten Betrachtung Projekte entwickeln, die insbesondere auch im Bereich der Prävention und der Beseitigung von Angstpotenzialen das Sicherheitsgefühl der Bürger aktiv stärken.

Zum Start der Initiative in Linden wurde ein Arbeitsgruppe gebildet, die sich um die planerischen Aufgaben kümmert. Nach der ersten Sicherheitskonferenz stehen nun Umfragen in der Lindener Bevölkerung an: Fragebögen sollen verteilt und das individuelle Sicherheitsgefühl und eventuelle Problemstellen anonym ermittelt werden. Auch Vorortgespräche sollen stattfinden. Die Ergebnisse werden in einer zweiten Sicherheitskonferenz präsentiert. Im Anschluss soll laut Schormann ein Katalog mit Präventionsmaßnahmen erstellt werden. FOTO: CON

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