Seit zehn Jahren gibt es in Linden die "Wäschek(l)ammer". FOTO: CON
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Seit zehn Jahren gibt es in Linden die "Wäschek(l)ammer". FOTO: CON

Kleidung für Familien in Not

  • vonConstantin Hoppe
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Familien in Notlagen mit Kleidung zu unterstützen, das ist das Ziel der Kleiderstube "Wäschek(l)ammer" in Linden. Vor zehn Jahren öffnete sie ihre Türen. Aktuell sind vor allen Dingen Haushaltswaren sehr gefragt.

Vor zehn Jahren fanden sich einige engagierte Lindener zusammen, um gemeinsam die Kleiderstube "Wäschek(l)ammer" aus der Taufe zu heben. Ihr Ziel war, Familien zu unterstützen, die sich in Notlagen befinden. Aus der anfänglichen reinen Kleiderstube ist mittlerweile noch sehr viel mehr geworden.

"Es gab immer wieder einmal Fragen, wo Familien in Not Kleidung herbekommen können", berichtet Martina Stöhr. Gemeinsam mit Anke Wagner ist sie federführend für die Kleiderstube aktiv. "Aus Leihgestern wandten sich dann noch Dr. Lothar Worm und seine Frau an uns - gemeinsam erarbeiteten wir 2009 die Idee." Sie sprachen mit dem damaligen Bürgermeister Dr. Ulrich Lenz. Auch der war schnell von der Idee überzeugt. So entschloss man sich, in der Kirchengemeinde die Kleiderstube einzurichten.

Anfänglich öffnete diese im Gemeindehaus in Großen-Linden. Noch im ersten Jahr erfolgte der Umzug in die heutigen Räume am Funpark. Hier gab es genügend Platz für Kleiderständer und Regale. Nach zehn Jahren wird das Angebot weiterhin sehr gut angenommen, auch wenn man sich schon etwas durch die Kleidung durchwühlen muss. Die Auswahl ist sehr groß und der Raum wird mittlerweile etwas knapp.

Im Schnitt 30 Personen kommen an den Öffnungstagen vorbei. Das liegt natürlich auch an den Preisen. "Man merkt immer wieder die Trends - derzeit stehen das bewusste Kaufen und Secondhand hoch im Kurs", meint Stöhr. Für ein paar wenige Euro erhält man Kleidungsstücke, Schuhe und mittlerweile sogar Haushaltswaren oder Spiele in der Kleiderstube. Alles stammt aus Spenden von Bürgern, die ihre nicht mehr benötigte Kleidung hier abgeben.

Bei den Spenden müssen die Helfer allerdings genau aussortieren. "Wie auch andernorts wird auch viel Müll abgegeben - deshalb fragen wir auch immer mal wieder nach: ›Würden Sie es noch tragen?‹, berichtet Stöhr weiter. Besonders stark nachgefragt sind bei den Kunden heute Haushaltswaren - vor allem Geschirr -, aber auch Schuhe oder Kinderspielsachen. Woran es immer wieder einmal mangelt, ist Herrenbekleidung. Wenn es dagegen um Bücher für Kinder geht, zeigt sich das Team der "Wäschek(l)ammer" meist ganz besonders großzügig: "Wir freuen uns über jedes Kind, das liest." Neben den beiden Organisatorinnen kümmern sich noch rund 20 weitere ehrenamtliche Helfer um die Kleiderstube. Drei Teams bewältigen die Öffnungstage, sortieren die Spenden und machen im Notfall auch schon mal ganz schnell und unkompliziert die Tür zur "Wäschek(l)ammer" auf. Die Erlöse fließen in soziale Projekte oder Vereine in Linden: "Alle Einnahmen spenden wir, zum Beispiel an Kindergärten oder die Feuerwehr", sagt Stöhr. "Aber es gingen beispielsweise auch schon Spenden an ›Die Brücke‹ in Gießen."

Gefeiert wird das zehnjährige Jubiläum der "Wäschek(l)ammer" am Sonntag, 9. Februar, ab 14.30 Uhr am Funpark in der Bahnhofstraße: Dafür wird derzeit ein kleines Programm vorbereitet, zudem es auch eine Modenschau mit Stücken aus der Kleiderstube geben wird.

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