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Kita unter "Denkmalschutz"

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Linden (con). Die "Mäuschen" müssen einen Teil ihrer Tagesstätte räumen. Es war in der Sitzung des Lindener Stadtparlaments am 4. September ein Aufregerthema für viele Eltern: Die Kindertagesstätte "Die Mäuschen" in der Frankfurter Straße in Großen-Linden muss eine ihrer drei Gruppen schließen. Damit gehen auch einige Betreuungsplätze verloren. Derzeit werden in der Gruppe 14 Kinder betreut. Aber zuerst die Entwarnung: "Alle Kinder, die für dieses oder das kommende Jahr hier angemeldet wurden, haben ihre Plätze sicher", teilte Kita-Leiterin Doro Rudolf im Gespräch mit der GAZ mit. Der Betrieb bei den "Mäuschen" geht ganz normal weiter.

Zum 31. Juli 2020 muss die Kindertagesstätte ihre Gruppe "Wühlmäuse" schließen. Das hat zur Folge, dass dort in Zukunft nur noch 24 Kinder im Alter bis zu drei Jahren betreut werden können. Der Grund dafür liegt im Gebäude, in dem die Kindertagesstätte ansässig ist: Das historische Hofgebäude entspricht nicht mehr den aktuellen Brandschutzverordnungen. Schon seit drei Jahren schlagen sich "Die Mäuschen" deshalb mit dem Brandschutz herum. Angefangen von einem notdürftigen Rettungsgerüst, welches im Innenhof aufgestellt werden musste, über eine neu installierte Brandmeldeanlage bis hin zu Umstrukturierungen in allen drei bestehenden Gruppen.

Weitere Betreuungsplätze nötig

In der Zusammenarbeit mit einem Architekten- und Brandschutzbüro sowie dem Bauamt des Landkreises Gießen wurden unterschiedliche Möglichkeiten erarbeitet und Bauanträge vorbereitet und gestellt. Letztendlich hat sich herausgestellt, dass sich das gesamte Anwesen unter Denkmalschutz befindet, was einem Umbau in allen Räumlichkeiten entgegensteht.

Das 1617 gebaute Fachwerkhaus, sowie das Hoftor, stehen unter Denkmalschutz, weshalb das Fachwerkhaus nicht den aktuellen Brandschutzbestimmungen angeglichen werden kann und somit ab dem 1. August 2020 für Betreuungszwecke nicht mehr genutzt werden darf.

Für das kommende Jahr wurde vonseiten der Kita-Leitung bereits so kalkuliert, dass die betroffenen "Wühlmaus"-Kinder geschlossen zu einer anderen Gruppe umziehen. Getreu dem Spruch "Veränderung ist am Anfang schwer, in der Mitte chaotisch, aber am Ende wunderschön" sind sich die "Mäuschen" sicher, dass sie auch diese Aufgabe meistern werden und blicken zuversichtlich in die Zukunft.

Für die Stadt Linden bedeutet die Schließung der Gruppe allerdings, dass man weitere Betreuungsplätze schaffen muss - und die sind in der Stadt derzeit sehr knapp. Aufgrund der Kindergartenplatz-Schwierigkeiten in der Stadt konnten bereits im August drei Familien keinen Platz mehr erhalten. Dafür laufen derzeit aber auch die Planungen, weitere Gruppen zu eröffnen und das mit durchaus neuen Ideen, wie die Eröffnung der durch die AWO organisierten U3-Betreuungsgruppe der "Feldmäuse" in Leihgestern beweist. (Foto: con)

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