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Aufgrund von Eisregen wandeln die Organisatoren die Fahrraddemo in eine Kundgebung mit anschließendem Spaziergang um.

Kampf fürs Klima im Eisregen

  • vonPatrick Dehnhardt
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Linden (pad). Eisregen prasselte am Montagnachmittag auf Großen-Linden just zu dem Zeitpunkt nieder, als dort die Klimainitiative Linden zu einer »Fahrraddemo mit Abstand« eingeladen hatte. Eine Gruppe Hartgesottener war tatsächlich am Treffpunkt an der TV-Halle erschienen, einige davon in mollig-warmen Karnevalskostümen.

Nach Rücksprache mit der Polizei, die den Demonstrationszug hätte absichern sollen, verzichteten die Organisatorinnen auf eine Radtour, da die Sturzgefahr zu groß war. Stattdessen wurde eine Demonstrationsspaziergang abgehalten. Dieser wurde freiwillig auf den Gehweg verlegt, damit die Polizei für möglicherweise aufgrund der Eisglätte auftretende Unfalleinsätze zur Verfügung stand. Klimaschützer, die die Polizei in ihrer Arbeit unterstützen - auch hier nimmt Linden eine positive Vorbildrolle ein.

Sandra Herrmann erinnerte in ihrem Grußwort daran, wie aufgeheizt teilweise die Diskussion über den Klimaschutz geführt wird. So habe Jonas Becker von der Jungen Union Teilnehmer der Demonstrationen gegen den A 49-Ausbau als »Klimaterroristen« bezeichnet. »Das verwundert, wo doch allenthalben für den Klimaschutz geworben wird und Zusagen gemacht werden«, sagte Herrmann.

Diese Zusagen allein seien jedoch nicht genug, den warmen Worten müssten auch Taten gegen eine Klimaerwärmung folgen. »Die Regierung bleibt stattdessen hinter ihren selbstgesteckten Zielen zurück«, sagte Herrmann und merkte an: »Die Anstrengungen sind sowohl auf Bundesebene als auch kommunaler Ebene viel zu gering.« Unter anderem sei auf dem Weg zu einer fahrrad- und fußgängerfreundlicheren Stadt Linden noch einiges zu tun.

Im Anschluss an die kurze Kundgebung zogen die rund zwei Dutzend Demonstranten durch den Ortskern.

Am heutigen Dienstag wollen die Großen-Lindener die Fahrraddemo auf dem Gießener Anlagenring unterstützen. Treffpunkt für Interessierte ist um 18 Uhr am Kirchenplatz in Gießen.

Zudem lädt die Klimaschutzinitiative zu einer Diskussionsrunde zum Thema Rechtsradikalismus am Samstag, 27. Februar, ein. »Wir wollen damit für mehr Solidarität in Linden werben«, sagt Herrmann. Der Schwerpunkt soll dabei auf der Situation in Linden liegen.

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