Der Marktleiter hat den Fall mit den Beteiligten im Gespräch inzwischen aufbereitet. 
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Der Marktleiter hat den Fall mit den Beteiligten im Gespräch inzwischen aufbereitet. 

Ein Virus namens Hysterie

Corona-Angst: Heftige Diskussion um Vorfall in Supermarkt - Leiter aus Linden äußert sich

  • vonStefan Schaal
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In Linden haben Gerüchte die Runde gemacht, dass in einem Rewe-Markt eine Gruppe von Jugendlichen angeblich ohne Maske Kunden anhustet. Der Marktleiter äußert sich zu dem Fall.

Linden - Lange Menschenschlangen an der Kasse, Hamsterkäufe, Maskenpflicht und schimpfende Kunden: Für Mitarbeiter in Supermärkten herrscht seit Monaten der Ausnahmezustand. Neben Corona kommt nun in so manchen Fällen ein weiteres Virus hinzu, mit dem sich das Personal auseinandersetzen muss: Hysterie und falsche Vorwürfe, wie ein Fall in Linden verdeutlicht.

Mehrere Nachrichten erreichten die Redaktion am Dienstag: In einem Rewe-Markt habe am Nachmittag eine Gruppe von Jugendlichen eine ältere Frau absichtlich angehustet. Die Jugendlichen seien ohne Maske in dem Geschäft gewesen. Und Mitarbeiter hätten dies erlaubt.

Transparenz, Sachlichkeit und Ruhe

Das Gerücht verbreitete sich in den sozialen Netzwerken. "Unfassbar", reagierte einer auf Facebook. Man müsse den Marktleiter bei der Gesundheitsbehörde anzeigen.

Der Marktleiter selbst reagierte derweil auf seine eigene Art und Weise - mit Transparenz, Sachlichkeit und Ruhe. Man habe Aufnahmen der Überwachungskameras gesichtet, erklärte Alexander Marchel gegenüber dieser Zeitung. Es habe sich um zwei Kinder im Alter von zwölf Jahren gehandelt. Diese hätten sich auffällig verhalten, seien von der älteren Frau zurechtgewiesen worden - und hätten dann tatsächlich in Richtung der Frau gehustet.

Mit den Beteiligten den Fall aufbereitet

"Wir haben aber auf keinen Fall erlaubt, dass die Kinder ohne Maske den Markt betreten." Mitarbeiter hätten die Situation nicht mitbekommen. Mittlerweile hat Marchel die Eltern der Kinder und auch die Frau angerufen und mit ihnen den Fall aufbereitet. Miteinander zu reden sei besser als Gerüchte zu verbreiten.

Selbstverständlich achte man darauf, dass jeder Kunde den Laden mit Einkaufswagen betritt, zudem weise man auf die Maskenpflicht hin. Zwingen könne man Kunden zum Tragen der Maske übrigens nicht, betont Marchel. "Wir kassieren sie in solchen Fällen einfach nicht ab", sagt er. "Wir sind nicht die Polizei."

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