»Grube Fernie ist unantastbar«

  • VonStefan Schaal
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Am 12. Februar fällt die Entscheidung im Lindener Stadtparlament: Eine Mehrheit der Koalition aus SPD, Grünen, FDP und Freien Wählern dürfte dafür stimmen, ein 115 Meter langes Teilstück am Ufer der Grube Fernie zu verlegen, um den Naturschutz zu stärken. Dennoch ist ein emotionaler Abend zu erwarten – zumal die CDU eine namentliche Abstimmung beantragen will.

Am 12. Februar fällt die Entscheidung im Lindener Stadtparlament: Eine Mehrheit der Koalition aus SPD, Grünen, FDP und Freien Wählern dürfte dafür stimmen, ein 115 Meter langes Teilstück am Ufer der Grube Fernie zu verlegen, um den Naturschutz zu stärken. Dennoch ist ein emotionaler Abend zu erwarten – zumal die CDU eine namentliche Abstimmung beantragen will.

»Die Bürger sollen wissen, wer den Willen der Bürger missachtet«, erklärte der CDU-Fraktionsvorsitzende Frank Hille am Mittwoch im Bauausschuss. Seine Fraktion wird als einzige im Stadtparlament gegen das Vorhaben stimmen. Auch unter den Freien Wählern könnten sich Einzelne dagegen aussprechen. »Ich hoffe, dass das Thema keinen Keil zwischen die Fraktionen treibt und die Fronten verhärtet«, hofft der FW-Fraktionsvorsitzende Hans Bausch.

Während sich die Mitglieder des Bauausschusses am Mittwochabend in der Volkshalle über die Pläne informierten, waren die Mehrheitsverhältnisse im Publikum gegensätzlich gelagert. 70 Menschen saßen in der Halle – und waren nahezu geschlossen gegen das Vorhaben an der Grube Fernie. Karin Lenz von der CDU-Fraktion erntete immer wieder mächtigen Applaus, als sie sich gegen das Projekt aussprach. Die Grube Fernie diene sowohl Menschen als auch der Umwelt, sagte sie. »Das ist eine Win-win-Situation.« Schließe man Menschen aus einem weiteren Teilstück des Uferbereichs aus, »schaffen wir eine Win-lose-Situation«. Das Vorhaben wäre ein »unnötiger Eingriff in ein gutes Biotop«. 750 Bürger hätten sich inzwischen per Unterschrift gegen das Projekt ausgesprochen. Man könne doch andere Naturschutzgebiete in Linden aufwerten. Lenz hielt fest: »Die Grube Fernie ist für uns unantastbar.«

Bürgermeister König (CDU) appellierte an die Parlamentarier: »Denken Sie noch mal darüber nach.«

Dr. Christof Schütz von den Grünen entgegnete, es werde nichts weggenommen, sondern nur ein Weg verlegt. Daher müsse man »die Bälle flachhalten«.

Seltene Libellenart beobachtet

Eingangs hatten Matthias Korn vom Regierungspräsidium und Holger Brusius von Hessen Forst das Projekt vorgestellt. Die Qualität der Naturwelt unter Wasser sei außergewöhnlich gut. Auf und über dem Wasser gebe es aber noch »Potenzial«. Als seltene Tiere seien bereits die Zierliche Moorjungfer – eine Libellenart – und ein Rothalstaucherpärchen an der Grube Fernie beobachtet worden. »Das Ziel der Maßnahme ist, Bereiche am Uferbereich zu beruhigen«, betonte Brusius. Die Kosten für das Vorhaben von maximal 8000 Euro würde das Regierungspräsidium übernehmen.

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