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Um einen neuen Weg anlegen zu können, werden an der Grube Fernie Bäume gefällt.

Wegeverlegung

Grube Fernie: Arbeiter beschimpft

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Die umstrittene Wegeverlegung an der Grube Fernie hat begonnen. Die Maßnahme bleibt ein heißes Thema - dies bekamen auch Arbeiter vor Ort zu spüren.

Am Dienstag rollten die Arbeitsmaschinen an: Die Wegeverlegung im norwestlichen Teil der Grube Fernie hat begonnen, deshalb röhrten die Motorsägen. Für die Verlegung des 165 Meter langen Teilstücks entlang des Sees müssen Bäume und Sträucher weichen.

Über den gesamten Mittag hinweg wurden hier die Fällarbeiten vorangetrieben - am Nachmittag waren sie bereits beendet und in dem bislang dichten Baumbestand klaffte eine große Lücke. Mehrere dutzend Bäume fielen den Sägen zum Opfer. Entlang des Weges bildeten sich Haufen mit Geäst, das bei den Arbeiten anfiel. Auch entlang des Uferstreifens klaffte eine große Lücke in der Vegetation, die vorher von Hecken und Bäumen geprägt war. Allerdings ist der Baumbestand entlang der Grube nicht mit alten Wäldern zu vergleichen: Die meisten Bäume sind gerade einmal 60 Jahre alt.

Auch Fußgänger waren am Dienstagabend auf dem Rundweg unterwegs, der Weg, der während der Fällarbeiten gesperrt werden musste, war da wieder freigegeben. Viele Menschen blieben stehen, sahen die gefällten Bäume und schüttelten den Kopf. Auch in Gesprächen entlang des Weges waren die Baumfällarbeiten immer wieder Thema.

Grube Fernie: Emotionale Debatte

Der Weg der bislang direkt am Ufer entlang führte, wird künftig über einen neu anzulegenden Schotterweg durch das Vegetationsband rund um die Grube Fernie zu einem nahen Feldweg geleitet. Von dort geht der Rundweg in seinem vorherigen Verlauf weiter.

Entlang des neuen Wegestücks soll auch eine Aussichtsplattform geschaffen werden, von der man einen freien Blick auf die Wasserfläche hat. Entlang des alten Weges sollen Schilfbereiche angelegt werden, um so den Tieren eine Rückzugsmöglichkeit und Brutplätze zu bieten.

Das Lindener Stadtparlament hatte im Februar der Verlegung des Wegestücks mehrheitlich zugestimmt, nur die CDU-Fraktion hatte sich für de Erhalt des bisherigen Wegeverlaufs stark gemacht.

Sowohl die Obere Naturschutzbehörde als auch das zuständige Forstamt hatten die Maßnahme befürwortet, bei der nun ein Teil des Weges verlegt wird, um Ruhezonen für die Wasservögel zu schaffen.

Die Kosten der Maßnahme trägt das Land aus Mitteln zur Schutzmittelpflege. Während der Bauarbeiten muss auch eine Teilsperrung des Rundweges erfolgen, so dass es nicht möglich sein wird, diesen komplett zu nutzen.

Wie ein Mitarbeiter des Forstamts am Dienstag erläuterte, gab es bereits im Vorfeld der Fällarbeiten Probleme für die Arbeiter: Vermutlich aufgrund der sehr emotional geführten Debatte, die sich rund um die Wegeführung entwickelt hatte - sie war auch eines der großen Themen während der Bürgermeisterwahl in Linden -, wurden die zuständigen Arbeiter beschimpft.

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