Großen-Lindens schönste Ansichten

In nahezu jedem Großen-Lindener Haushalt hing eines seiner Bilder: Der 2012 verstorbene Hobbymaler Hans Blaschke aus Großen-Linden fertigte zahlreiche Lindener Stadtansichten an, die sich im heimischen Raum großer Beliebtheit erfreuen. Ihm ist nun eine ungewöhnliche Ausstellung im Lindener Rathaus gewidmet.

In nahezu jedem Großen-Lindener Haushalt hing eines seiner Bilder: Der 2012 verstorbene Hobbymaler Hans Blaschke aus Großen-Linden fertigte zahlreiche Lindener Stadtansichten an, die sich im heimischen Raum großer Beliebtheit erfreuen. Ihm ist nun eine ungewöhnliche Ausstellung im Lindener Rathaus gewidmet.

Im Verwaltungsgebäude werden derzeit im Rahmen der Reihe "Kunst im Rathaus" Gemälde von fünf Lindener Künstlern präsentiert. Doch während bei den meisten Zyklen die Künstler selbst anwesend sein konnten, ist das beim 154. Zyklus nicht der Fall: "Es sind alles Künstler, die nicht mehr unter uns weilen", erklärte Ausstellungsleiter Hans Ulrich Heymann während der Ausstellungseröffnung am Mittwoch. Der Bekannteste unter ihnen dürfte Blaschke sein, dessen Ehefrau Doris der Vernissage beiwohnte.

1922 in Hof im Sudetenland (dem heutigen Dvorce in Tschechien) geboren, kam Hans Blaschke nach Großen-Linden. "Hier malte er unglaublich viele Bilder – die meisten befinden sich heute im Besitz von Helmut Faber", erklärte Heymann. Sein ältestes Bild aus Großen-Linden stammt aus dem Jahr 1948.

Zahllose Stadtansichten, oft mit dem markanten Kirchenturm, zeigen Einblicke in die Geschichte und die Veränderungen in Großen-Linden seit der Mitte des letzten Jahrhunderts. Daneben waren die Berge die große Leidenschaft Blaschkes – auch wenn sich da im heimischen Raum eher wenige Motive finden lassen.

Aber was vielleicht weniger bekannt ist: Im Lindnener Rathaus findet man beinahe schon eine Dauerstellung Blaschkes. Kommt man durch den Haupteingang, sieht man rechtsseitig vier große Bilder an der Wand. Diese wurden von Blaschke anlässlich der Einweihung des neuen Rathauses angefertigt. "Es war ihm eine Ehre, diese Bilder gestalten zu dürfen", berichtete Heymann.

Auch war es Hans Blaschke, der vom 14. März bis 21. April 1987 gemeinsam mit Marianne Pfeifer den ersten Ausstellungszyklus unter dem Titel "Hobbykunst im Rathaus" gestaltete und damit den Grundstein für mittlerweile über 22 Jahre erfolgreiche Ausstellungsgeschichte legte.

Musikalisch gestaltet wurde die Vernissage von einem Auftritt eines Projektchors, der schon beim Marienmarktabend einen ersten Auftritt hatte, gebildet durch Vorsänger Lothar Worm und Sängern aus den Gesangvereinen "Harmonie" und "Germania". Gemeinsam sangen sie das "Großen-Linden-Lied", das "Leihgesterner Heimatlied" und den "Hobbsch".

Daneben sind weitere Gemälde der heimischen Künstler Wilhelm Viehmann (1902–1971), Heinrich Zörb (1895–1954) und Dieter Bechtold (1949–2016) sowie von Georg Klingelhöfer (1871–1950) zu sehen. Gerade Letzterer fertigte ähnlich wie Blaschke viele Bilder auf Bestellung an – auch seine Werke haben einen ähnlichen Bekanntheitsgrad wie Blaschkes. "Früher hingen in nahezu jedem Lindener Haushalt Bilder von Blaschke oder Klingelhöfer", sagte Heymann. Die Ausstellung stellte er gemeinsam mit Helmut Faber vom Heimatkundlichen Arbeitskreis zusammen.

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Die Retroperspektive kann noch bis zum 7. Juni im Lindener Rathaus besucht werden. Am 12. Juni beginnt dann der 155. Ausstellungszyklus im Rathaus mit Gemälden von Hildegard Reuther.

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