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In Fahrtrichtung Butzbach sind die Arbeiten an der A485 zwischen Gießen und Linden abgeschlossen.

Baustelle A485

Dauerbaustelle auf A485 bei Linden geht in nächste Phase - Ende ist terminiert

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Die Baustelle auf der A485 zwischen Gießen und Linden geht in die nächste Runde. Mit Folgen für Autofahrer. Ein Ende der Arbeiten liegt noch in weiter Ferne. 

Update, 27. August 2019: Die Bauarbeiten auf der A485 zwischen Gießen und Linden gehen in die nächste Runde. Seit Frühjahr 2018 werden die beiden über die Landesstraße 3475 auf Höhe des Gewerbegebietes Linden sowie über die dortige Bahnstrecke durch Neubauten ersetzt. Nun sind die Bauarbeiten in Fahrtrichtung Butzbach abgeschlossen.

Doch für Autofahrer gibt es nur bedingt Entwarnung: Es ist erst Halbzeit. Momentan die Verkehrsführung im Baustellenbereich für den zweiten großen Bauabschnitt vorbereitet. 

A485 zwischen Linden und Gießen: Verkehr in Baustellenbereich wird umgeleitet

Was bedeutet das: Voraussichtlich ab dem kommenden Montag, 2. September, wird der Verkehr auf der A485 im Baustellenbereich zwischen der Anschlussstelle Bergwerkswald und der Anschlussstelle Linden vollständig auf die neugebauten Brückenhälften und die Fahrbahn in Fahrtrichtung Butzbach verlegt. Durch diese sogenannte 4+0-Verkehrsführung entsteht auf der Gegenrichtung Platz, um an beiden Brücken die Brückenhälften in Fahrtrichtung Marburg abzubrechen und neu zu bauen. Wichtig für Linden: Die entsprechende Anschlussstelle zur A485 bleibt weiterhin aus beiden Fahrtrichtungen erreichbar.

Die beiden Brücken – die Brücke über die Bahn sowie die Brücke über die L3475 – werden durch Neubauten ersetzt. Beide Brücken müssen aufgrund ihres Alters und Erhaltungszustandes neu gebaut werden. Voraussichtlich im Laufe des Herbstes 2020 werden die Arbeiten an der Dauerbaustelle vollständig abgeschlossen sein. Ein paar Kilometer weiter südlich - auf der A485 bei Langgöns - gibt es derweil ebenfalls Neuigkeiten an der Baustelle

Ursprungsmeldung, 21. März 2019: Über ganz Mittelhessen liegt die Nacht. Ganz Mittelhessen? Nein – ein eifriges Heer von Bauarbeitern ist dabei, an einer Brücke der Autobahn 485 bei Linden zu arbeiten. Der Ausleger des Krans – 35,20 Meter lang – ragt in den Nachthimmel. Seine Spitze ist kaum in der Finsternis zu erkennen.

Dafür ist es am Boden taghell: Zahlreiche Scheinwerfer erleuchten die Brückenbaustelle. "Das ist auch ein Sicherheitsaspekt", sagt Bettina Amedick von Hessen Mobil. "Menschen sind schließlich keine Nachtlebewesen."

A485: Sperrung nur nachts möglich

Dass um 1 Uhr nachts auf der Baustelle soviel Betrieb herrscht, hat eine Ursache: Die Bahnstrecke, über welche die Autobahnbrücke in Fahrtrichtung Südkreuz einmal führen soll. Denn auf der Verbindung zwischen Gießen und Frankfurt rollen jeden Tag zig Züge, wollen Pendler nach Rhein-Main und in umgekehrte Richtung nach Gießen fahren. Zwischendurch sind auch Güterzüge unterwegs. Diese Strecke zu sperren – das geht eigentlich nur nachts. Und damit der erste Zug morgens wieder pünktlich hier durchfahren kann, gilt für die Arbeiten ein strenger Zeitplan, erklärt Amedick.

In der Nacht zu Mittwoch sieht es für diesen Plan sogar sehr gut aus: Die Strecke kann bereits eine halbe Stunde früher als geplant gesperrt werden. Bevor das erste Brückenteil einschwebt, muss allerdings noch ein Mitarbeiter der Bahn die Oberleitung erden. Denn sonst würde den Bauarbeitern ein tödlicher Stromschlag drohen, sobald sie oder die Stahlträger den Stromkabeln zu nahe kommen.

A485: Probleme mit ersten Träger

Langsam schwebt das erste Bauteil ein. Jedes der acht Exemplare ist 22 Meter lang und bis zu 2,13 Meter breit. Per Schwertransport wurden sie nach Linden geliefert. "Das sind Verbundfertigteilträger", erklärt Andrea Niebergall von Hessenmobil. Das bedeutet, dass auf den 63 Zentimeter hohen Stahlträgern bereits ein zwölf Zentimeter dickes Betonfertigteil montiert ist. Am Ende bilden die acht Teile nebeneinander eine geschlossene Fläche. So lassen sich die weiteren Arbeiten auf der Brücke ohne weitere Sperrungen der Bahnstrecke erledigen.

Der Anfang ist immer das Schwerste: Das erste Brückenteil muss exakt platziert werden. Doch beim Ausrichten stellt sich heraus, dass die Holzverschalung der alten Nachbarbrücke im Weg ist. Kurzerhand wird die Kettensäge gezückt und Platz geschaffen. Mit einigen Minuten Verspätung landet der 24,6 Tonnen schwere Stahlträger schließlich an seinem Platz.

Mittlerweile beleuchtet der Vollmond die Baustelle, Frost legt sich über die Szenerie. Die Bauarbeiter sind warm eingepackt, es steht Kaffee bereit. Der nächste Stahlträger schwebt ein.

Pro Nacht sollen vier der Kolosse verbaut werden, erklärt Niebergall. "Als Reserve haben wir noch die Nacht von Donnerstag auf Freitag eingeplant, falls es doch irgendwo mal hängen sollte." Und dann werden die Absperrungen beiseite geräumt, und der Verkehr kann rollen?

A485: Brücke im Sommer fertig

Nein – soweit ist man noch lange nicht. Bis die oberste Betonschicht und die Fahrbahn aufgebracht sowie die Geländer montiert sind, wird es Sommer werden. Und dann geht es auf der anderen Seite weiter, werden die Autobahnbrücken über die Landesstraße bei Großen-Linden und die Bahnstrecke in Richtung Marburg erneuert.

Warum gibt es eigentlich für jede Fahrtrichtung eine eigene Brücke? "Wäre es nur eine einzige Brücke, würden Sanierung oder Neubau sehr kompliziert werden", sagt Amedick. Denn dann müsste in der Zeit der Verkehr der Autobahn über die umliegenden Landes- und Bundesstraßen umgeleitet werden – kein Szenario, das sich irgendein Anwohner wünschen würde.

Nach derzeitigem Stand wird noch bis Herbst 2020 an den Autobahnbrücken bei Großen-Linden gebaut werden. Für Verzögerungen sorgten Probleme beim Abriss der Brücke über die Bahnstrecke. Zuletzt ging Hessen Mobil von Kosten von rund 30,6 Millionen Euro für den Neubau der insgesamt vier Brücken aus.

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