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Gemeinsam proben Rettungsdienste und Polizei den Notfall. FOTO: PM

Gewalttaten simuliert

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Linden/Gießen(pm). Der Landkreis Gießen als Träger des Rettungsdienstes ist gesetzlich dazu verpflichtet, ausreichende Vorsorgemaßnahmen zu treffen, damit ein plötzlicher Massenanfall von verletzten oder zu betreuenden Personen bewältigt werden kann. Hierzu gibt es vier Pflichtfortbildungstermine für alle Einsatzkräfte im Rettungsdienst, um im Praxistest zu überprüfen, ob die vorhandenen Konzepte funktionieren. Schauplatz der Übungen, an denen Einsatzkräfte der Johanniter-Unfall-Hilfe und des DRK-Rettungsdienstes Mittelhessen, die Polizei Mittelhessen sowie der Landkreis mitwirken, ist jeweils das Gelände der Regionalgeschäftsstelle der Johanniter in Linden.

Schwerpunktthema in diesem Jahr war die rettungsdienstliche Vorgehensweise in Zusammenarbeit mit der Polizei im simulierten Szenario einer Gewalttat, die eine größere Personengruppe betrifft. Anwendung fand hierbei ein Konzept der Patientensimulation, das die Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz erarbeitet hat. Der Massenanfall von verletzten und erkrankten Personen kann damit geübt werden. Ziel ist die notfallmedizinische Versorgung von Patienten und der Aufbau von Führungsstrukturen. Hierbei stehen die medizinischen und taktischen Entscheidungen der ersten Kräfte unter Zeitdruck im Vordergrund.

Unter der Leitung von Prof. Simon Little, dem Ärztlichen Leiter Rettungsdienst, Kreisbrandinspektor Mario Binsch und Horst Jeckel aus dem Fachdienst Gefahrenabwehr des Landkreises sowie Axel Reinhardt vom Polizeipräsidium Mittelhessen, Notarzt Dr. Marius Mer und Heinz-Georg Jäger, Organisatorischer Leiter Rettungsdienst, übten rund 250 Teilnehmer die Bewältigung einer inszenierten Großschadenslage.

Die Besonderheit im Vergleich zu anderen rettungsdienstlichen Übungen bestand bei diesem organisationsübergreifenden Training in der engen Zusammenarbeit mit dem Notinterventionstraining (NIT) der Polizei, das alle Mitwirkenden dahingehend sensibilisierte, Gefahren zu erkennen, ständig zwischen den Kräften zu kommunizieren, sowie strukturiert und kompetent nach den Regeln der taktischen Medizin zu handeln, ohne dabei den Schutz des eigenen Lebens außer Acht zu lassen.

Reibungslose Zusammenarbeit

"Situationen wie ein Massenanfall von Verletzten können nur in der koordinierten Zusammenarbeit von Partnern bewältigt werden", erläuterte Landrätin Anita Schneider. Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich sagte, praxisnahe Übungen seien wichtig, vor allem wenn es um Abläufe geht. Marco Schulte-Lünzum, Regionalvorstand der Johanniter im Regionalverband Mittelhessen, wies darauf hin, dass den Einsatzkräften das bestmögliche Rüstzeug für lebensbedrohliche Einsatzlagen vermittelt werde.

Markus Müller, Geschäftsführer des DRK Rettungsdienst Mittelhessen, sagte, "eine kontinuierliche Vernetzung aller beteiligten Akteure ist für eine reibungslose Zusammenarbeit im Einsatzfall unerlässlich. Auch dazu tragen solche Übungen entscheidend bei." Polizeipräsident Bernd Paul ergänzte, die Einsatztrainer der Polizei geben bei den geübten dynamischen Einsatzlagen wertvolle Tipps.

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