Am Jahresende soll der Verkehr wieder normal über die A 485 fließen. FOTO: CON
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Am Jahresende soll der Verkehr wieder normal über die A 485 fließen. FOTO: CON

Bau geht in finale Phase

  • Patrick Dehnhardt
    vonPatrick Dehnhardt
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Linden(pad). An den Anblick hat man sich in Linden schon fast gewöhnt: Ein gewaltiger Krahn reckt den Arm in den Himmel, hebt einen rund 40,5 Meter langen und 33 Tonnen schweren Stahlträger von einem Schwertransporter hoch. Nach kurzem Flug landet das Bauteil zentimetergenau auf den bereits fertigen Lagern der neuen Brücke. In der Baustelle auf der Autobahn 485 geht es in den Endspurt.

Seit März 2018 werden zwischen dem Gießener Südkreuz und dem Dreieck Bergwerkswald zwei Brückenzwillinge erneuert. Zunächst wurden die Brücken in Richtung Süden durch Neubauten ersetzt, im Herbst 2019 mussten die alten Brücken in Richtung Norden weichen. Über die Landesstraße zwischen Großen-Linden und Kleinlinden erfolgte nun am Wochenende der Brückenschlag.

Bei der Brücke über die Bahnstrecke Gießen-Friedberg sind die Arbeiten einen Schritt weiter: Die Stahlträger sind bereits eingebaut. Diese Woche wird der Überbau betoniert, danach sollen weitere Restarbeiten erfolgen, schließlich die Baugrube rund um die Widerlager verfüllt werden. Im Spätsommer soll dort alles fertig sein.

Der Brückenzwilling über die Bahnstrecke war das "Sorgenkind": Beim Abriss der Brücke in Richtung Süden kam es zu erheblichen Verzögerungen. Da die Oberleitung nicht beschädigt werden durfte, schied ein konventioneller Abriss aus. Stattdessen musste die Brücke in Streifen zersägt und von einem leistungsstarken Krahn stückchenweise herausgehoben werden.

Die Arbeiten konnten zudem nur dann erfolgen, wenn kein Zug fuhr. Diese sogenannten Sperrpausen mussten Monate im Voraus beantragt werden - und waren dennoch keine Garantie, dass nicht doch noch ein Zug mit 45 Minuten Verspätung die Baustelle passierte und dadurch alle Arbeiten aufhielt. Diese Gemengelage sorgte für einige Wochen Verzögerung im Zeitplan.

30,6 Millionen Euro

Der Abriss des Brückenzwillings in Richtung Norden ging hingegen problemlos vonstatten. Im Gegenteil, nun sind die Arbeiten dort sogar vor dem Zeitplan. Ende August soll auch die Baustelle an der Brücke über die Landesstraße in eine Phase kommen, dass der Verkehr zwischen Großen-Linden und Kleinlinden ohne Behinderungen wieder fließen kann. Bis dies auch für die A 485 gilt, wird es allerdings noch einige Monate dauern.

Im Zuge des Baustellenrückbaus müssen die Mittelstreifenüberquerungen entfernt werden. Auch die Fahrbahnverbreiterungen werden wieder weggerissen. Diese waren notwendig, da der Gießener Ring zu schmal ist, um vier Spuren auf einer Autobahnseite aufzunehmen. "Diese Arbeiten können erst nach Fertigstellung der Bauarbeiten an den Brücken erfolgen", sagte Sonja Lecher, Pressesprecherin der Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil. Ende des Jahres soll der Verkehr wieder normal über die A 485 rollen.

Nach derzeitigem Stand betragen die Gesamtkosten rund 30,6 Millionen Euro.

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