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Das Geheimnis der zwei Brücken

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Zwischen dem Dreieck Bergwerkswald und dem Gießener Südkreuz wird seit März 2018 fleißig gebaut: Die Brücken über die Bahnstrecke und die Landesstraße sind marode, werden durch Neubauten ersetzt. Zunächst waren die Brücken in Fahrtrichtung Butzbach dran, jetzt geht es an die Brücken in Richtung Gießen. Bei Großen-Linden (Foto) kann man deutlich den Unterschied zwischen der neuen Brücke (rechts mit blauen Stahlträgern) und der alten Zwillingsbrücke (links mit grünen Sicherungsnetzen) erkennen.

Aber warum muss es immer für jede Fahrtrichtung eine Brücke geben? Wäre nicht eine gemeinsame Brücke für die gesamte Autobahnbreite schneller gebaut und billiger?

Für Wilhelm Nusch, Teamleiter bei Hessen Mobil, ist solch eine Brücke eine Horrorvorstellung. "Nichts ist schlimmer, als wenn alle Spuren auf einer Brücke verlaufen." Für den alltäglichen Verkehr mache es zunächst keinen Unterschied. Doch sobald es Schäden gibt, die Brücke saniert oder gar neu gebaut werden muss, würde so ein Bauwerk für viele Probleme sorgen.

Müsste die Brücke etwa wegen statischer Probleme voll gesperrt werden - zum Beispiel nach einem Unfall - , gebe es keine Ausweichmöglichkeit über die Gegenspur. Auch ein Neubau wäre problematisch. "Eine halbe Brücke können sie nicht abreißen", sagt Nusch. So lange es einen Brückenzwilling gibt, kann über diesen der Verkehr geleitet werden. Gibt es jedoch nur eine gemeinsame Brücke, müsste so lange die Autobahn voll gesperrt werden, bis der Neubau steht - und das dauert Monate.

Oder es müsste zunächst eine neue Brücke nebenan gebaut und dann die gesamte Autobahn verlegt werden - in einer dichtbesiedelten Gegend wie Linden unvorstellbar, zumal dies erhebliche Eingriffe ins Gelände zur Folge hätte. Da würden die Kosten explodieren.

Darum werden bereits seit Jahrzehnten bei Autobahnen immer Zwillingsbauwerke errichtet. Denn spätestens, wenn diese in die Jahre kommen, zahlt sich das aus. (pad)

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