"Wohnen am Bahnhof"

FDP-Fraktion will Grünstreifen erhalten

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Linden(pm). Die FDP hat sich bisher bei der Bewertung des Bauvorhabens Sudetenstraße ("Wohnen am Bahnhof") sowohl dem Projekt gegenüber offen gezeigt als auch den Argumenten der Bürgerinitiative. Auf einer Fläche mit direkter Anbindung an den ÖPNV Wohnraum zu schaffen, sei unter den Aspekten Landverbrauch und Verdichtung eine interessante Idee, erklärt FDP-Vorsitzender Sven Deeg.

Dem gegenüber standen die Argumente der Bürgerinitiative, die längst nicht mehr nur aus Anwohnern der angrenzenden Sudetenstraße besteht. Von dieser werden stadtökologische Gesichtspunkte entgegengesetzt, die bei der politischen Entscheidung keinesfalls außer Acht gelassen werden dürften, erklärte Deeg.

Diesen Grünstreifen nun als "ökologisch unbedeutsam" zu bewerten und auf dort nicht auffindbare seltene Arten zu reduzieren - wie es anlässlich eines nichtöffentlichen Ortstermins der CDU von einem der anwesenden Planer vorgetragen worden sei - zeuge von "erweiterungsbedürftigem ökologischen Sachverstand", so der Liberale. Als über Jahrzehnte gewachsener innerörtlicher Grünstreifen biete dieser mit seinem alten Baumbestand und seinem dichten Unterwuchs "ein außergewöhnliches ökologisches Potenzial". Zudem sei der Einfluss einer derartigen "grünen Lunge" auf das innerörtliche Klima keinesfalls zu vernachlässigen, erklärt Deeg. Aus der "Entwicklung" des Grünstreifens im Zuge der Baumaßnahme eine "Aufwertung des grünen Bandes" abzuleiten, wie aus einer schriftlichen Stellungnahme der Lindener CDU zu entnehmen sei, das sei dagegen "regelrecht abwegig".

Die Auffassung, einen über Jahrzehnte gewachsenen Baumbestand selbst nur teilweise zu beseitigen und durch Neuanpflanzungen in einem künftig parkähnlichen Vorgarten zu ersetzen, stimme "jeden Stadtökologen fassungslos" und sei eine "erschreckende kommunalpolitische Offenbarung zum Umweltverständnis", bewertet Deeg die Aussagen anlässlich des Ortstermins.

Seine Fraktion habe gefordert, Investor und Planer von Anfang an verpflichtende Vorgaben zu unterbreiten. Unter anderem hätte die Erhaltung des innerstädtischen Grüns eindeutig festgeschrieben werden müssen, erklärt Fraktionsvorsitzender Peter Reinwald. Diese Forderung sei maßgeblich von der CDU abgelehnt worden, die die Auffassung vertrat, den Planer zunächst nicht einzuschränken und erst nach Vorlage konkreter Pläne über die Verwirklichung zu entscheiden. Das sei die falsche Reihenfolge. Stück für Stück würden nun im Fortgang der Planungen ursprüngliche Erwartungen zurückgenommen. Parallel investiere der Planer mehr und mehr in die Entwicklung des Projektes. Dadurch falle es den politischen Entscheidungsträgern immer schwerer, ein Nein zu diesem Vorhaben auszusprechen, prognostiziert Reinwald. Die FDP befürworte das Projekt nur unter der Bedingung, dass der Grünstreifen in seiner bisherigen Form weitestgehend gesichert und erhalten bleibt.

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