1. Gießener Allgemeine
  2. Kreis Gießen
  3. Linden

Fasching, Demo und Friedensfahrt

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Stefan Schaal

Kommentare

srs-radtour1_010322_4c
»Es gibt keinen wichtigeren Grund zusammenzukommen, als gegen Blutvergießen zu demonstrieren«, sagt Sandra Herrmann (r.) von der Klimainitiative. © Stefan Schaal

Linden (srs). Es war ein ambitioniertes Vorhaben - und ein äußerst breiter Spannungsbogen: 40 Menschen haben am Rosenmontag mit einem Fahrradzug durch Linden für Frieden und gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine demonstriert, mehr Klimaschutz und Fahrradstraßen in der Stadt eingefordert und gleichzeitig Fasching gefeiert.

Kostümiert war am Ende freilich so gut wie keiner der Teilnehmer, einige Kinder trugen zwar Schmetterlingsflügel an ihrem Rücken und fletschten Vampirzähne. Angesichts der aktuellen Geschehnisse in der Ukraine stand die Demo indes vor allem im Zeichen der Hoffnung auf Frieden. An vielen Fahrrädern hingen Schilder in den blau-gelben Landesfarben der Ukraine. »Frieden und Selbstbestimmung für die Ukraine«, war auf einem zu lesen. Kinder malten mit Kreide auf dem Parkplatz vor der Wiesengrundschule, wo die Demo startete, Friedenstauben.

Die von der Lindener Klima-initiative organisierte Fahrradfahrt und der Versuch, Fasching und Friedensdemo unter einen Hut zu bringen, hatte in Linden auch Kritik ausgelöst. »An alle Kritiker sei gesagt: Wir sind hier zusammengekommen, um ein Zeichen zu setzen«, sagte Sandra Herrmann von der Klimainitiative. »Wir sind gespannt auf die vielen wirkungsvollen Zeichen der Kritiker«. Fassenacht sei schon immer politisch gewesen und habe Ungerechtigkeiten angesprochen, ergänzte sie. »Es gibt keinen wichtigeren Grund zusammenzukommen, als gegen Blutvergießen zu demonstrieren.«

Blau-gelber Faschingshut

Die Demo war mehrere Wochen vor Beginn des Kriegs in der Ukraine angemeldet worden, die Klimainitiative hatte auf die neue Lage reagiert. »Wir fahren mit Friedensfahnen und Krawall«, sagte Herrmann. Es gehe darum, ein Zeichen zu setzen und den Menschen, die sich dem russischen Präsidenten entgegensetzen, Solidarität zu erweisen. Solidarität gelte auch dem russischen Klimadiplomaten und Kriegsgegner Oleg Anisimow.

Ausgelassen Karneval zu feiern fühle sich falsch an, sagte der aus dem Rheinland stammende Wolfgang Surmann. Das Karnevalskostüm habe er zu Hause gelassen. Und doch hatte er einen Weg gefunden, am Rosenmontag zumindest einen Hauch von Fasching nach außen zu tragen. Auf seinem Kopf trug Surmann einen kleinen Faschingshut - in den Farben blau und gelb.

Auch interessant

Kommentare