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Die 14-jährige Liana Kherunz zeigt einen armenischen Tanz.

Familien Hoffnung geben

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Linden (con). Armenien gilt als erstes christliches Land der Welt. Es weist eine große und vielfältige Kultur auf, war für sowjetischen Sozialismus und seine Industrie bekannt. Seit der Russlandkrise, die der Finanzkrise gefolgt ist, geht es der Bevölkerung jedoch viel schlechter als vor der Wende von 1989. Armut prägt heute weite Teile des Landes, dem viele den Rücken kehren, um an anderen Orten ihr Glück zu suchen. Die Hilfsorganisation DCF ("Diaconia Charitable Fund") versucht in der armenischen Hauptstadt Jerewan das größte Leid zu mildern und hat dafür das "Dorf der Hoffnung" gegründet, um wenigstens einigen Familien bessere Lebensbedingungen zu bieten.

"Armenien lädt ein" unter diesem Motto stand am Sonntagabend ein Konzert in der evangelischen Stadtmission Linden, das das Ziel verfolgte, die Arbeit des DCF bekannter zu machen. Dazu präsentierten die vier jungen Musiker Gohar Keschischoghljan (Kanon, ein armenisches Saiteninstrument), Grigor Smorodinow (Violine), Lilit Kherunz (Gesang) und Liana Kherunz (Tanz) eine Auswahl traditioneller armenischer Musikstücke, Lieder und Tänze. Alle vier sind Patenkinder des DCF oder wohnen im "Dorf der Hoffnung". Zwischen den mal hoffnungsvollen, mal tragische Musikstücken berichteten die Helfer von der Arbeit vor Ort und die vier jungen Musiker aus ihrem Leben.

Unbeheizte Wohnungen

Wenn man sich die Wünsche der Helfer anhört, sticht vor allem eines heraus: "Unser Traum ist ein Armenien, in dem kein Kind mehr Not leiden muss." Leichter gesagt als getan, denn das Leid scheint nahezu endlos zu sein. Etwa, wenn die Helfer vor Ort Familien besuchen, die ohne ein einziges Möbelstück in unbeheizten Wohnungen leben oder Kinder zitternd vor Kälte und barfuß im Winter vor einem stehen und erzählen, dass ihnen nichts fehlt und sich ihre Eltern um alles kümmern. Aber bedeutet das auch, dass die Hilfe nutzlos ist? "Alles was wir tun ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein", berichtet Baru Jambazian, der gemeinsam mit seiner Frau Anna seit vielen Jahren die Arbeit der Hilfsorganisation DCF in Armenien leitet. "Aber wenn wir nur einem Menschen dabei helfen seine Ziele und Wünsche zu verwirklichen, dann haben wir die Welt für diese Person etwas besser gemacht."

Einige der Kinder, denen durch die Arbeit der Hilfsorganisation geholfen werden konnte, kamen auch in kleinen Filmen zur Sprache. Dabei äußern einige einen Wunsch, dem sie folgen wollen: Die Möglichkeit zu bekommen, auch anderen Kindern zu helfen. Der Besuch des Konzerts war kostenlos - jedoch wurde um Spenden für die Arbeit des DCF gebeten.

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