Fallzahlen in Heimen steigen drastisch

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    vonJonas Wissner
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Linden/Wettenberg(pm/jwr). In Pflegeeinrichtungen im Kreis Gießen sind nun weitere Corona-Fälle nachgewiesen worden. Wie der Landkreis mitteilt, wurden im Seniorenzentrum Gleiberger Land in Krofdorf-Gleiberg 38 Menschen positiv getestet, darunter fünf Pflegekräfte (Stand Mittwochabend). In der Einrichtung hatte das Kreis-Gesundheitsamt wegen positiver Befunde eine Reihentestung veranlasst. Bis Freitag der Vorwoche hatten positive Testergebnisse von 22 Bewohnern und vier Pflegekräften vorgelegen.

Auch im Seniorenzentrum der "Gesellschaft für diakonische Altenhilfe" in Leihgestern ist die Lage alarmierend: Laut Kreis wurden, Stand Mittwochabend, 65 Personen positiv auf Corona getestet, darunter zehn Pflegekräfte. Auch in diesem Seniorenzentrum gab es einen Massenabstrich. Am Dienstag galten bereits 29 Bewohner und zehn Pflegekräfte als infiziert.

Kreis überprüft Hygienekonzepte

Laut Landkreis hat sich das Gesundheitsamt in beiden Einrichtungen einen Eindruck vor Ort verschafft, die Hygienekonzepte würden überprüft. Im Gespräch mit der Heimleitung in Leihgestern sei besprochen worden, dass diese einen Antrag stellen könne, damit Beschäftigte, die in Quarantäne müssten, mit Ausnahmegenehmigung in Quarantänebereichen weiter tätig sein können. Die Leiterin des Seniorenzentrums, Christa Hofmann-Bremer, hatte sich kürzlich mit einem eindringlichen Videoaufruf bei Facebook an die Öffentlichkeit gewandt: Angesichts der hohen Infektions- und Quarantänezahlen sei der Betrieb aktuell gefährdet. Sie appelliere an alle Bürger im Kreis, "die in irgendeiner Weise mit Alten- und Krankenpflege in Verbindung stehen und spontan ihr Wissen und ihre Kraft einsetzen können".

Schon jetzt hätten sich auf den Aufruf hin 70 Menschen gemeldet und angeboten, auf verschiedenste Art zu helfen, äußerte sich Hofmann-Bremer am Donnerstagabend. Der Zuspruch sei "fantastisch".

Am Donnerstag seien drei neue Mitarbeiter hinzugekommen. Auch seien nun fünf negative Testergebnisse von Mitarbeitern eingetroffen. Die positiv getesteten Bewohner befänden sich nun in Quarantäne. Um Kontakte zu vermeiden, würden aber auch die übrigen in ihren Zimmern betreut. Für die Bewohner sei die Situation "schlimm und traurig", sagt die Leiterin.

Unterdessen reagiert auch die Stadt Linden auf die drastisch gestiegenen Fallzahlen in der Kommune: Wie Bürgermeister Jörg König mitteilt, wurde ein kommunaler Krisen- und Verwaltungsstab eingerichtet. Die Einhaltung der Corona-Auflagen werde verstärkt kontrolliert, man habe das Ordnungsamt personell aufgestockt. Die Stadt stehe auch "eng an der Seite der Verantwortlichen des Seniorenzentrums", das man unter anderem durch "bedarfsgerechte Transportfahrten" unterstütze.

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