Hier wohnen "Helde": Matthias Buss bringt das erste Schild mit einem historischen Dorfnamen an. FOTO: CON
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Hier wohnen "Helde": Matthias Buss bringt das erste Schild mit einem historischen Dorfnamen an. FOTO: CON

Erinnerung an Dorfnamen

  • vonConstantin Hoppe
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Linden(con). In vielen Orten gibt es auch heute noch Dorfnamen für bestimmte Häuser, die sich oft von deren Erbauer oder ehemaligen Bewohnern herleiten. Heute erinnert sich oft nur noch die ältere Generation an diese Namen oder deren Herkunft. Deshalb trug Dr. Lothar Worm vor einiger Zeit einen Vorschlag in die CDU-Fraktion, an Lindener Häusern Namensschilder anzubringen, die an die alten "Dorf- und Hausnamen" erinnern sollen.

Jetzt startete die Aktion und das erste Namensschild wurde am Haus von Wolfgang Goldner und seiner Frau Marion Goldner-Worm in der Schulstraße in Leihgestern angebracht: Ihr Haus ist im Ort bekannt unter dem Namen "Helde", nach dem früheren Bewohner Johannes Helde aus dem Jahr 1795. Dabei stammen die Hausnamen nicht zwingend von den Erbauern des Gebäudes - viele Namen wurden zum Beispiel auch durch Hochzeiten mitgenommen.

Für das Projekt trugen Lothar Worm für Leihgestern und Helmut Faber für Großen-Linden jede Menge Kandidaten zusammen. Mehrere Hundert heutige Hausbewohner wurden angeschrieben, rund 160 erklärten ihre Bereitschaft, an der Aktion teilzunehmen und so Ortsgeschichte am Leben zu erhalten.

Neben dem "Helde"-Haus wird so auch der älteste Hausname in Leihgestern seinen Platz finden: Der Name "Oartse" lässt sich rund 400 Jahre zurückdatieren. In Großen-Linden wird unter anderem das Haus "Heuischmoarie" (nach der Bewohnerin Marie, Enkelin von Georg Heuisch) in der Frankfurter Straße 17 ein Schild erhalten, ebenso "Mellesch" (nach dem Beruf Müllers eines früheren Bewohners) in der Frankfurter Straße 68 und "Lewets" (Gasthaus "Zum Löwen") in der Frankfurter Straße 53.

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