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Wohnzimmeratmosphäre bei der Lesung von Jörg Olbrich in der "StattBücherei".

Eine Trilogie in acht Büchern

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Linden (lbh). Jörg Olbrich las am Donnerstagabend aus seiner Romanreihe über den Dreißigjährigen Krieg in der "StattBücherei" in Linden. Nachdem er im Frühjahr 2018 bereits aus dem ersten Band der Reihe, "Der Winterkönig", vortrug, gab es dieses Mal einen Auszug aus dem zweiten Band der Reihe, "Der tolle Halberstädter", zu hören.

Ursprünglich wollte er nur eine Trilogie verfassen, berichtete Olbrich. Aber im Laufe der Recherchen über diesen Krieg, der einer der verheerendsten Kriege gewesen sein dürfte, die Deutschland heimgesucht haben, kamen immer mehr Gesichtspunkte und Facetten zum Vorschein. Somit habe Olbrich sich mittlerweile mit dem Verlag auf eine Reihe von insgesamt acht Büchern geeinigt, die in den nächsten Jahren nach und nach erscheinen sollen. Am Ende soll dann die gesamte Geschichte des Dreißigjährigen Krieges, vom Beginn mit dem Prager Fenstersturz bis hin zum Westfälischen Frieden, nacherzählt werden.

Ein Großteil der Charaktere und Schauplätze, die in der Reihe vorkommen, sind real, allerdings brauche man einige rein fiktive Charaktere, um einen roten Faden in dem heillosen Chaos aufrechterhalten zu können, das der Dreißigjährige Krieg auslöste, sagte Olbrich. "Schließlich wussten die Soldaten damals teilweise selbst nicht einmal, für wen genau sie jetzt kämpfen."

Hexenverfolgung Thema in Band 3

Der Autor gab auch einen Ausblick auf den nächsten Band, der bereits in Arbeit ist: Er soll "Der Hexenbrenner" heißen und sich um die Hexenverfolgungen in Bamberg drehen. Bei der Recherche zu diesem Band stieß Olbrich durch einen glücklichen Zufall auf die originalen Verhörprotokolle der Hexenprozesse, die viele Informationen über das Thema beherbergen. Darunter war unter anderem einen Katalog mit knapp 100 Fragen, die den vermeintlichen Hexen und Ketzern in den Verhören gestellt wurden. Somit schrieb er eine Geschichte, die sich an diesen Protokollen orientierte.

Warum Olbrich auf das Thema rund um den Dreißigjährigen Krieg kam, erklärte er auch. Sein Heimatort Laufdorf wurde während des Krieges von spanischen Truppen beinahe komplett niedergebrannt. Die Dorfbewohner hatten sich geweigert, den Soldaten ihre Dorfglocke zu überlassen, die die Spanier zum Herstellen neuer Waffen einschmelzen wollten. Einer Legende zufolge haben die Bürger Laufdorfs ihre Glocke beim Anrücken der Soldaten heimlich vergraben, damit diese sie nicht finden. Nach Abrücken der spanischen Truppen sei die Glocke aber nie wieder ausgegraben worden und der genaue Ort des Verstecks sei in Vergessenheit geraten. Die Glocke soll noch immer dort liegen. (Foto: lbh)

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