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Zur Ruine in Linden ist nach dem Brand am Samstagabend die TV-Turnhalle geworden. Anhand der Luftaufnahme wird deutlich, dass es den Feuerwehren aus Linden und Nachbargemeindeen gelungen ist, den Schaden noch zu begrenzen. Zwar wurde die im Jahr 1903 gebaute Sporthalle völlig zerstört (Bildmitte). Der direkt angrenzende Anbau an die TV-Halle (weißes Gebäude) wurde aber gerettet. Und es gelang den Brandschützern auch unter schwierigsten Bedingungen, die dicht neben und gegenüber der TV-Halle befindlichen Wohnhäuser zu schonen.

Blitz Brandursache in Linden

Linden (js). Was bereits Samstagnacht vermutet wurde, ist mit großer Wahrscheinlichkeit zur Gewissheit geworden: Es sieht so aus, dass die - wegen eines Blitzeinschlags - abgebrannte Sporthalle des TV Großen-Linden neu aufgebaut werden muss.

Diesen Eindruck hatten am Montagmorgen nach einer Besichtigung der Ruine des 1903 eingeweihten Gebäudes der Lindener Erste Stadtrat Dieter Lehr und der Architekt Wolfgang Schmidt. Zwei Tage nach dem Großbrand in der Halle, die auch Montag wieder viel Schaulustige umsäumten, war eine der wichtigsten Fragen: Ist man beim TV-Großen-Linden, dem die alte Sporthalle gehört, ausreichend versichert? Hans-Hermann Weiß, Vorsitzender für Verwaltung beim TV Großen-Linden, gab am Montagmorgen Entwarnung: In den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als der durch das Feuer kaum beschädigte Neubau an die TV-Halle errichtet wurde, hatte der Verein eine entsprechende Neuwertversicherung für die bereits bestehende alte Halle, in der sich der Festsaal befindet, abgeschlossen.

Laut Hans-Hermann Weiß ist auch der Neu- bzw. Anbau, der zur jeweiligen Hälfte der Stadt Linden und dem TV Großen-Linden gehören, ausreichend versichert. Der Verein wird mit den Sachbearbeitern der Versicherungen in den nächsten Tagen Gespräche führen. Die Sachbearbeiter wird natürlich die Frage interessieren, wie hoch der Schaden ist. Erster Stadtrat Dieter Lehr ging am Morgen von rund 2 Millionen aus, wie die Schätzungen von Fachleuten bereits Samstagnacht gelautet hatten.

Im Übrigen bestätigte die Polizei am Montagnachmittag, dass die Ursache für das Feuer tatsächlich ein Blitzeinschlag gewesen sein dürfte. Dies haben Zeugen beobachtet. Allerdings beschäftigt die Lindener folgendes Phänomen: Der Blitz schlug während des Unwetters nicht in den auf dem Dach des Anbaus angebrachten Ableiter ein, sondern in die tiefer gelegene alte Turnhalle. Dabei gilt es doch als ungeschriebenes Gesetz, dass Blitze sich meistens den höchsten Punkt suchen; höher gelegen als der Anbau sind beispielsweise einige Bäume und die benachbarte Burgschule. Die "Allgemeine" befragte hierzu Prof. Peter Schmitz (Fachhochschule Gießen-Friedberg). Zwar bestätigte er die Statistik, dass Blitze, bei denen elektrische Ladungen ausgetauscht werden, meistens in den höchsten Punkt ansteuern. Dies müsse jedoch nicht so sein. Blitze könnten auch durch Luftfeuchtigkeit abgeleitet werden oder sie werden beispielsweise durch Dachstahlträger angezogen.

Ansonsten dominiert in der Bevölkerung nach dem Schock, dass ein so traditionsreiches Gebäude wenigen Stunden zur Ruine geworden ist, die Frage: Wie geht es weiter? Fest steht: Wird die Turnhalle neu errichtet, können die Bauarbeiten in diesem Jahr nicht mehr beendet werden. Die Stadt, der Magistrat, die parlamentarischen Gremien und der Verein werden in den nächsten Wochen darüber entscheiden, wie eine neue Halle aussehen wird und wie die Finanzierung erfolgen wird (wird es Landeszuschüsse geben?). In kleinerem Rahmen wird man in dem vom Brand weitgehend verschonten Neubau der Turnhalle einige Räume (Spiegelsaal, Gesellschaftsraum) nutzen können. Wie Dieter Lehr verdeutlichte, wird einer der aufwendigsten Aufgaben des Vereins und der Stadt Linden sein, mit den zuständigen Ansprechpartnern einen neuen Terminkalender zu gestalten: Wo findet der Sportunterricht der Burgschule und wo die Veranstaltungen des TV Großen-Linden und der KV "Harmonien" Großen-Linden statt? Offenbar hat es bereits Angebote der TSG Leihgestern gegeben.

Ganz einfach wird die Neuplanung der Termine nicht sein, denn die infrage kommenden Hallen (Stadthalle, Volkshalle und Sporthalle der Anne-Frank-Schule) werden aufgrund bereits bestehender Terminverpflichtungen der Vereine bzw. des Unterrichts bereits weitgehend genutzt.

Pohlheimer Feuerwehr: Hubrettungsfahrzeug wäre zusätzlich hilfreich gewesen

Nach dem Brand ist in Pohlheim die Diskussion um die Notwendigkeit eines Hubrettungsfahrzeugs aktueller den je. Bekanntlich hat dort die Mehrheit der Stadtverordneten eine Aufhebung des Sperrvermerks für das Fahrzeug gegen die SPD-Stimmen abgelehnt. Unter anderem Feuerwehrleute aus Pohlheim halfen ihren Kollegen am Samstag beim Bekämpfen des Brandes in Großen-Linden. Auch Ulrich Kuhn, Wehrführer in Watzenborn-Steinberg, war in Linden im Einsatz. Seiner Meinung nach wäre das Hubrettungsfahrzeug bei der Bekämpfung des Schadens der TV-Halle in Großen-Linden zusätzlich hilfreich bei dem Einsatz der Wehren gewesen, die hervorragende Arbeit geleistet haben.

Nach dem Brand: Hilfe für die Lindener Wiederaufbau Lindener Halle in nur drei Monaten? Viele Schaulustige beobachteten den Einsatz der Feuerwehren Abgebrannte Halle des TV Großen-Linden ist akut einsturzgefährdet Feuer zerstört Turnhalle des TV Großen-Linden TV-Turnhalle Großen-Linden von Feuer zerstört

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