Der Bau der Eisenbahnunterführung wurde von Willi Stroh festgehalten. ARCHIVFOTO: HEIMATKREIS
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Der Bau der Eisenbahnunterführung wurde von Willi Stroh festgehalten. ARCHIVFOTO: HEIMATKREIS

Blick in die Vergangenheit Lindens

  • vonConstantin Hoppe
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Linden(con). Nicht nur bei den Lindener Stadtverordneten, sondern auch im Heimatkundlichen Arbeitskreis ist derzeit das ehemalige evangelische Gemeindehaus in der Bahnhofstraße 2a ein Thema: Derzeit berät das Stadtparlament über den Kauf des Gebäudes, in dem auch der Heimatkundliche Arbeitskreis eine Bleibe gefunden hat.

Beim Treffen des Arbeitskreises berichtete Helmut Faber aus der Vergangenheit des Gebäudes, aber auch, wie man dessen Zukunft mitgestalten kann. Dazu erklärte Faber, dass der Arbeitskreis sich mit 15 000 Euro an dem Erhalt des Gebäudes beteiligen wolle.

Kirche der Tempelritter

Das in den südlichen Hang des Kirchhofes hineingebaute, zweifarbige Klinkergebäude existiert seit 1895. Sein auf der Rückseite liegender Eingang mit rechteckiger Türöffnung und Oberlicht wird von einem als Spolie wiederverwendeten spätromanischen Nischenportal, das vom Alten Rathaus stammt, gerahmt. Letzteres ist abgetreppt, hat flankierende Säulen mit attischen Basen und Knollenkapitellen und wird von einer kleeblattförmigen Blende überfangen, auf der die Inschrift "Lasset die Kindlein zu mir kommen" angebracht ist. "Das Portal war der Haupteingang einer Kirche der Tempelritter in Großen-Linden", berichtete Faber weiter.

Ein weiterer Teil des Treffens beschäftigte sich erneut mit der Verlegung der Stolpersteine in Großen-Linden im vergangenen Oktober: Denn die Aktion zieht mittlerweile immer größere Kreise. Durch die Aktion wurde auch die Urenkelin von Klara Marx (für diese wurde bereits 2008 ein Stolperstein gesetzt) auf die Arbeit des Heimatkundlichen Arbeitskreises aufmerksam und plant, im Juni Großen-Linden zu besuchen. "Bis zur Verlegung der Stolpersteine im Oktober 2019 kannten wir keine Nachfahren von Klara Marx, in Großen-Linden ›Herze Klärchen‹ genannt", führte Faber dazu aus. "Jetzt gibt es interessante Informationen für uns."

Schließlich wurden noch mehrere Filmaufzeichnungen von Willi Stroh vorgeführt: Stroh dokumentierte mit seiner Kamera über Jahrzehnte hinweg das Geschehen in Linden, zu den am Dienstag gezeigten Aufnahmen gehören der Bau der Bahnunterführung, die Renaturierung des Lückenbaches und die 1200-Jahr-Feier.

Für den Erhalt des Gebäudes in der Bahnhofstraße 2a sucht der Heimatkundliche Arbeitskreis nun auch Unterstützer, Spenden werden begrüßt. Das Spendenkonto bei der Volksbank Mittelhessen läuft über die IBAN DE12 5139 0000 0048 0814 01, Spender erhalten auf Wunsch eine Spendenbescheinigung.

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