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Beim 50-jährigen Jubiläum des Geselligkeitsvereins durften nur Männer Mitglieder sein.

Bewegte Geschichte, ungewisse Zukunft

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Linden (con). In Linden feiert in diesem Jahr der Geselligkeitsverein "Concordia" seinen 100. Geburtstag und kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken - doch die Zukunft ist ungewiss.

Im Juni 1919 gründeten einige Männer die Burschenschaft "Concordia" in Leihgestern - damals waren nur Männer als Mitglieder erlaubt. Dabei blieb der neue Verein die ersten Jahre noch komplett ohne Vorstand: Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ein Vorsitzender eingeführt, bis dahin teilte man die anstehenden Aufgaben unter den Vereinsmitgliedern auf. Eine Praxis, die sich auch heute wiederholt. Allerdings eher unfreiwillig - hat der Verein seit der Jahreshauptversammlung im März doch wieder keinen Vorsitzenden.

1982 belebte der Geselligkeitsverein mit der Kirmes eine alte Tradition wieder und übernahm auch die Bewirtschaftung. Doch wurde auch manche Spur in Linden hinterlassen: Zur Einweihung des neuen Rathauses der Stadt 1986 pflanzten die Vereinsmitglieder dort einen Baum. Die Linde direkt neben dem Rathaus steht auch heute noch. Und im Jahr darauf setzte der Verein ein weiteres Zeichen in Form eines Gedenksteins mit Plakette, ebenfalls am Rathaus. Dieser geriet allerdings in Vergessenheit, bis die "Concordia"-Mitglieder wieder durch die Nachforschungen zum Jubiläum auf den Stein aufmerksam wurden. In diesem Frühjahr gruben sie den Stein aus - allerdings bleibt die angebrachte Plakette verschwunden.

Es gab in der Vergangenheit immer wieder große Feste und Veranstaltungen, die die Mitglieder des Geselligkeitsvereins stemmten: Ab 1953 wurde jährlich ein weithin bekannter Faschingsball ausgerichtet, seit den 1970er Jahren im jährlichen Wechsel mit der Burschenschaft "Einigkeit". Zudem gab es in den 60er Jahren regelmäßig Schallplattentänze, die stets gut besucht waren. Eine weitere Tradition ist der Pfingstbaum, der jährlich am Vereinsheim aufgerichtet wird. Nachdem dies zeitweise brach lag, wurde die Tradition 2006 wieder ins Leben zurückgerufen, nachdem der Verein den historischen vereinseigenen Leiterwagen wiederfand.

Großer Wandel 1994

Es gibt nach wie vor einige Aktivitäten, die regelmäßig auf dem Jahresplan des Vereins stehen: Winterwanderung, die Teilnahme am Faschingsumzug und die Teilnahme am Nikolausmarkt, zum Beispiel. Das jährliche Bullitreffen zieht immer wieder zahlreiche Besucher an.

1994 kam es zu einem großen Wandel: Mit der Aufnahme von Frauen gab es auch eine Namensänderung zu der heutigen Bezeichnung "Geselligkeitsverein". 2003 wechselte das Vereinsheim "Krone" zum heutigen "Akropolis". 2006 richteten die Mitglieder dann zum letzten Mal die Kirmes aus - zumindest bis heute: Denn im aktuellen Jubiläumsjahr steht das Kirmesfest wieder ganz unter dem Zeichen der "Concordia".

Am kommenden Samstag, 6. Juli, startet das Festwochenende im Rahmen der Kirmes mit einem Kommers im Festzelt. Im Anschluss steht ein Beat-Abend mit DJ Thorsten und Hits der 80er und 90er Jahre an. Und am Sonntag folgt der traditionelle Frühschoppen mit dem Kleeblatt-Trio.

Wie die Zukunft des Vereins aussieht, können die Mitglieder unterdessen noch nicht sagen: "Die Zukunft ist erst einmal unser Fest", sagt Tanja Arnold vom Planungsteam der Feier. Auch ist das Jubiläumsfest die einzige Kirmes, die der Geselligkeitsverein ausrichten wird - allerdings sind andere Feste wie beispielsweise der Bullitreff auch in Zukunft geplant. Dass es noch keine weiteren Planungen für die Zukunft gibt, liegt vor allem an der konstant sinkenden Mitgliederzahl. Was die Zukunft bringt, wird sich also erst nach dem Jubiläumsfest herausstellen: Denn der Verein hofft auch, neue Mitglieder finden zu können. (Repro: con)

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