Betreten verboten - auch ohne Schilder

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Linden/Pohlheim (pm). Die Landschaft zwischen Linden und Pohlheim in der Lückebachaue ist eine Idylle. Anwohner wehren sich dagegen, dass man dort nicht mehr spazieren darf, seitdem der Bereich vor einem halben Jahr zum Naturschutzgebiet erklärt worden ist. Das Regierungspräsidium betont nun: Das Betreten bleibt untersagt, auch wenn Verbotsschilder von Fremden abmontiert worden sind.

Der »illegale Trampelpfad« durch das Schilf »ist gesperrt«, betont die Obere Naturschutzbehörde des RP. Das 39 Hektar große Gebiet sei »nicht umsonst« im Dezember vergangenen Jahres unter Naturschutz gestellt worden, sagt der Gießener Regierungsvizepräsident Martin Rößler. Das Regierungspräsidum stelle nun neue Schilder auf und appelliert eindringlich insbesondere an die Anwohner, nicht mehr durch das Naturschutzgebiet zu laufen.

Neben einem sanft geschwungenen, langsam fließenden Bach gibt es dort mehrere weitere Gewässer und Tümpel sowie Wiesen und Gehölze. Das macht das Gebiet zu einem wertvollen Lebensraum für seltene Pflanzenarten wie Sumpf-Sternmiere, Fuchs- und Blasen-Segge sowie seltene und geschützte Tierarten wie Blauflügel-Prachtlibelle, Bekassine, Kuckuck und Waldwasserläufer. Ziel der Ausweisung als Naturschutzgebiet sei, das Areal so weit zu beruhigen, dass die im Schilf und in den Wiesen brütenden seltenen Vogelarten nicht mehr durch Spaziergänger und Hunde gestört werden.

Im Rahmen einer Petition war geprüft worden, ob innerhalb des Gebiets ein naturschutzverträglicher Weg angelegt werden kann. Dieser sollte den Ortsrand von Watzenborn-Steinberg mit dem Lindener Stadtwald verbinden. Offizielle Wege, die diese Verbindung schaffen und durch das Naturschutzgebiet führen, gibt es nicht. Allerdings habe sich herausgestellt, dass es keine naturverträgliche Möglichkeit gibt, einen solchen Weg einzurichten, erklärt das RP.

Alternativer Weg soll attraktiver werden

Der immer wieder von Anwohnern genutzte Trampelpfad, der über Privatgrundstücke und eine illegal errichtete Brücke führt, quere einen für seltene Wasservögel wichtigen Schilfbereich. Dort sei unter anderem der Waldwasserläufer gesichtet worden. »Dieser konnte in der Lückebachaue aber bisher nicht brüten, da der Bereich zu stark von Fußgängern und Hunden frequentiert wird und sich die Tiere dadurch bedroht fühlen.«

Mit Pohlheim und Linden soll nun der etwas längere Weg zum Wald, der außerhalb des Naturschutzgebietes verläuft, attraktiver gemacht werden. Auch Info-Tafeln und Beobachtungsplätze sind angedacht. Anregungen können bei der Oberen Naturschutzbehörde eingereicht werden.

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