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Das Freibad Linden ist seit den 1950er Jahren ein Treffpunkt. Im Winter menschenverlassen, tummeln sich hier im Sommer bis zu 3000 Besucher täglich. FOTO: PAD

Schwimmbad

Bauarbeiten im Freibad Linden - Nur bei Toiletten gibt es ein Problem

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Die Stadt Linden investiert in das Freibad Linden. Eine Rampe wird gebaut, die Pumpen getauscht. Nur bei den Toiletten gibt es ein Problem.

Eine Eisschicht bedeckt das Becken im Freibad Linden. Manchen hartgesottenen Frühschwimmer würden vermutlich selbst die niedrigen Wassertemperaturen nicht davon abhalten, seine Bahnen zu ziehen. Jedoch ist das Bad noch bis April in der Winterpause - und diese wird für Bauarbeiten genutzt.

Als das Schwimmbad in den 1950er Jahren gebaut wurde, war Barrierefreiheit noch kein großes Thema. Zwischen dem Eingang mit Kasse sowie dem Schwimmbecken und der Liegewiese bestehen darum über 2,50 Meter Höhendifferenz. Die Treppenstufen sind für Rollstuhlfahrer, Kinderwagen und Rollatoren ein Hindernis.

Die Stadt Linden investiert darum in eine Rampe, die vom Kassenbereich hinab zum Becken führt. Als ob die Architekten vor rund 70 Jahren dies schon vorhergesehen hätten, haben sie genügend Abstand zwischen Becken und Schwimmbadgebäude für solch ein Bauwerk gelassen. Lediglich das Blumenbeet muss dafür weichen. Die Arbeiten sollen jetzt beginnen und bis zum Start der Freibadsaison fertiggestellt sein, sagte Bürgermeister Jörg König bei einem Ortstermin.

Kurzfristig keine Handwerker zu kriegen

Auch die Toiletten sollen erneuert werden. Jedoch macht sich der Rathauschef wenig Hoffnung, dass dies noch vor dem Frühjahr gelingt. Denn die Handwerker haben volle Auftragsbücher. Da der im März 2019 beantragte Förderantrag erst im November bewilligt wurde, fehlte nun die Zeit, eine passende Firma zu finden, die nicht für Messingwasserhähne Goldpreise verlangt. Damit im Sommer niemand in Badelatschen oder gar barfuß ins mobile Klohäuschen gehen muss, werden die Toilettensanierungen bis zum Schwimmbadsaisonende zurückgestellt.

Während die Stadt Linden sowohl für die Rampe als auch die Toiletten Fördermittel aus dem Programm "SWIM" erhält, muss sie die Instandsetzung des Kleinkinderbeckens alleine stemmen. Denn die Fördermittel können nur für Einrichtungen in Bädern verwendet werden, die mindestens teilweise schulisch genutzt werden. "Dass wäre beim Kleinkinderbecken schwer nachzuweisen", sagte König und schmunzelte.

Rund 100 000 Euro wird die Stadt in diesem Jahr in das Freibad investieren, sagte der Bürgermeister. Geplant ist auch der Austausch der Pumpen. "Die funktionieren zwar noch, aber der Stromverbrauch ist viel zu hoch." Der Wechsel soll sich langfristig rechnen.

Bis zu 3000 Besucher täglich im Freibad Linden

Nicht nur diese langfristige Investition ist ein Zeichen dafür, dass das Lindener Freibad nicht zur Diskussion steht. "Das Schwimmbad erfreut sich großer Beliebtheit. Es ist über die Jahre zu einem Treffpunkt für Generationen geworden, was man in dieser Art und Weise in keiner anderen Einrichtung hinbekommt", sagt König. An Spitzentagen seien über 3000 Besucher im Bad. "Die Zukunft des Schwimmbades in Linden ist gesichert. Es kostet Geld - aber es ist gut investiertes Geld."

Um das Bad für die Besucher noch attraktiver zu machen, wurden bereits weitere Lagermöglichkeiten für die Gastronomie geschaffen. "Hier muss es auch eine Möglichkeit geben, eine Kleinigkeit zu sich zu nehmen", hält König fest.

Die Lindener tragen unter anderem mit ihren Grundsteuerzahlungen indirekt das Bad. Als Gegenleistung dafür erhalten sie Dauerkarten zu einem deutlich vergünstigten Preis. Dennoch ist das Bad auch bei Besuchern aus den Nachbarkommunen sehr beliebt. Dies beweist vor allen Dingen eines: Der häufigste Besucher im vergangenen Jahr war ein Langgönser. "Um diesen Titel gibt es hier einen richtigen Wettbewerb", schmunzelt König. Für den Sieg ist mehr als ein Besuch pro Tag notwendig.

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