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Wohnen, Wohnbebauung und Nachverdichtung der Ortskerne sind Themen im Lindener Wahlkampf.

Attraktivität der Ortskerne steigern

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Linden (pm). Wo soll Linden wachsen? Wo sollen und können neue Wohnungen entstehen? Sowohl die CDU als auch die SPD in Linden befassen sich in Pressemitteilungen mit dem Thema Wohnen.

»60 Bauplätze nördlich des Breiten Weges waren im Handumdrehen vergeben. Das Gebiet ist mittlerweile fast vollständig bebaut«, erklärt der Fraktionsvorsitzende der Christdemokraten, Frank Hille. »Als einen Kernpunkt unserer zukünftigen Arbeit haben wir die Verbesserung der Attraktivität unserer Ortskerne bestimmt. Unsere Bürger müssen sich Wohlfühlen in den Ortszentren«, sagt Hille. Auch das Wohnen im Ortskern als hochwertige Alternative zum Neubau auf der grünen Wiese gehöre zu einer sinnvollen städtebaulichen Planung. Die Christdemokraten wollen die Ortszentren stärken und mit einer zeitgemäßen Gestaltung des Ludwigsplatzes in Großen-Linden und des Platzes ums Heimatmuseum in Leihgestern beginnen. Dabei sollen die Bürger eingebunden werden.

CDU-Spitzenkandidat Fabian Wedemann erklärt, die Stadt habe eine gute Infrastruktur, die Anbindungen nach Gießen und ins Rhein-Main-Gebiet seien »vorzüglich«, Arbeitsplätze über Straße und Schiene gut zu erreichen. »Dies sind entscheidende Faktoren für Linden als beliebte Wohn- und Wohlfühlstadt.« Das gelte es zu erhalten.

Auf kurzen Wegen lassen sich durch die Gässchen in Linden Versorgungsgänge erledigen. »Hier sehen wir eine weitere Möglichkeit der Verbesserung«, sagt Wedemann, die Gässchen sollten als Verbindungswege in die Verkehrswegeplanung einbezogen werden. Es sei zu überprüfen, ob eine Beleuchtung, beispielsweise durch solare Bewegungsmelder, auch nachts eine Nutzung gefahrlos möglich mache.

Vorhandene Grünflächen sollen mit weiterer Begrünung und neuen Wasserflächen »unser Klima schützen helfen«, so die CDU-Stadtverordnete Karin Lenz.

Für die Jugendlichen sollen entlang der Gässchen Möglichkeiten für Aktivitäten geschaffen werden. Daran sollen die Jugendlichen mitgestalten, erklären die Christdemokraten.

Klare Regeln für Nachverdichtung

Die SPD stehe für das Gebiet »Nördlich Breiter Weg« und eine gemischte Bebauung, »alle anderen Projekte überzeugen uns nicht«, sagt der Vorsitzende Frank Steibli.

Die Schaffung von bezahlbarem und sozialem Wohnraum sei eine vordringliche kommunale Aufgabe, gerade in einer größer werdenden Stadt wie Linden. Dabei setzen die Sozialdemokraten auf die Zusammenarbeit mit Baugenossenschaften.

Zudem spricht sich die SPD für eine zurückhaltende Ausweisung von neuen Baugebieten aus und ist gegen den verkauf städtischer Flächen an private Investoren, so die Spitzenkandidatin Gudrun Lang. »Bei innerstädtischer Nachverdichtung durch private Anbieter muss ein städtebaulicher Vertrag mit klaren Regeln und Vorgaben abgeschlossen werden.«

Kinderbetreuungs- und Senioreneinrichtungen will die SPD dezentral platzieren, um eine altersgemischte Einwohnerstruktur zu erhalten.

Die Sozialdemokraten sprechen sich mit Blick auf die Art der Bebauung für geringen Flächenverbrauch durch kluge, weitsichtige architektonische Planung aus. Parkplätze sollen ,wo möglich, unter die Erde verlegt und Möglichkeiten der Umnutzung von bestehenden Flächen und Gebäuden geprüft werden. »Wir brauchen in Linden barrierefreie Wohnraumangebote für alle Altersgruppen und für jeden Geldbeutel«, fordert Lang. Dabei müsse es ein differenziertes Angebot an Wohnungen in Bezug auf Lage, Größe und Preis geben, um der variablen Nachfrage im Spannungsfeld des demographischen Wandels und den veränderten Lebensbedingungen und Familienkonstellationen gerecht zu werden.

Die Sozialdemokraten wollen zudem eine konzeptionelle bauliche Nachverdichtung fördern. »Vorrangig wollen wir Baulücken schließen und stets überlegen, ob man leerstehende Gebäude reaktivieren kann«, so Lang. Die SPD will ferner attraktive Freiräume für Begegnungen der Bewohner und freie Spielflächen für Kinder schaffen. Außerdem soll ökologisches Bauen gefördert werden.

Private Eigentümer sollen zudem im Rahmen der Städtebauförderung unterstützt werden, um eine nachhaltige Entwicklung des baulichen Wohnbaubestandes herbeizuführen.

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