+
Jo Weinert und Uta Schmidt-Frenzl haben die Anne-Frank-Schule Linden geprägt. Nun wurden sie in den Ruhestand verabschiedet. FOTO: CON

Applaus zum Abschied

  • schließen

Eine Lindener Anne-Frank-Schule ohne Uta Schmidt-Frenzl? Was sich viele Schüler kaum vorstellen können, wird nun Realität: Die beliebte Schulleiterin geht in den Ruhestand.

Im Laufe unseres Lebens werden wir mit vielen Übergängen konfrontiert", sagte die Schulleiterin der Anne-Frank-Schule Uta Schmidt-Frenzl. Oft sah sie Schüler, die aus ihrer Schule hinaus in das Berufsleben starteten. Nun steht auch für sie ein Übergang an: Ihre 43-jährige Dienstzeit ging am Freitag zu Ende. Mit ihr verlässt noch ein zweiter prägender Charakter die Schule: Joachim "Jo" Weinert.

Beide Pädagogen haben in den letzten Jahren das Leben an der Lindener Schule mitgeprägt und waren bei den Schülern äußerst beliebt, wie diese in einer emotionalen Videobotschaft mitteilten.

Seit 2010 führte Schmidt-Frenzl die AFS als Schulleiterin. Keiner der heutigen Schüler kann sich noch daran erinnern, wie die Schule ohne sie war. Eine Schule ohne sie ist für die meisten kaum vorstellbar. Mit der Sanierung des naturwissenschaftlichen Bereichs und der Cafeteria, der Integration der Lindenschule in die AFS und nicht zuletzt dem Bau der neuen Sporthalle hat sie die Schule für die Zukunft ausgerichtet.

Schmidt-Frenzl wollte übrigens zunächst gar nicht Lehrerin werden: "Ich wollte Journalistin werden und um die Welt reisen", berichtete sie am Freitag. "Aber ich bin froh darüber, wie es dann gekommen ist." Nach Jahrzehnten im Schuldienst hätte ihr vor allen Dingen die Zeit an der AFS eines verdeutlicht: "Ich würde alles noch einmal genauso machen."

Jo Weinert war 32 Jahre lang Lehrer an der Lindenschule, von 2011 bis zur Auflösung der Schule auch Schulleiter. Als die Lindenschule zum 31. Mai 2017 endgültig geschlossen wurde, wechselte er mit den verbliebenen Schülern an die AFS. Es war eine harte Zeit. "Keine Schule, kein Schulleiter - ich wusste nichts mehr mit mir anzufangen", berichtete Weinert von der Schließung "seiner" Lindenschule.

Doch bald lichteten sich die grauen Wolken am Himmel: "Mir wurde mit der Anne-Frank-Schule eine neue Heimat gegeben - mit Aufgabengebieten, von denen ich nicht im entferntesten eine Ahnung hatte, und mit Arbeitszeiten, die ich vorher dem Kanzleramt zugeordnet hätte", sagte Weinert augenzwinkernd.

Wie ein altes Ehepaar

Gemeinsam haben Weinert und Schmidt-Frenzl viel erreicht, wie beispielsweise auch die Integration der Lindenschule in die AFS zeigt. "Wir waren oft auf einer Linie und hatten auch häufig die gleichen Ideen und Vorschläge", erinnert sich Schmidt-Frenzl an die Zusammenarbeit. "Das ging soweit, dass wir selbst einmal gesagt haben, wir wären schon wie ein altes Ehepaar."

Wie beliebt die beiden scheidenden Lehrer waren, konnte man auch an dem Aufwand erkennen, mit dem die Schulgemeinschaft die Abschiedsfeier vorbereitet hatte: Dazu verwandelte sich die Schulcafeteria ganz im Stil des "fliegenden Klassenzimmers" in ein Flugzeug, mit dem schließlich in den Ruhestand "abgehoben" wurde. Die Querflötengruppe und die Lehrerband sowie der Schulchor sorgten für das passende Ambiente zur Feier. Wenn man als Lehrer mit stehenden Ovationen von Schülern und Kollegen zum Abschied gewürdigt wird, kann das nur bedeuten, dass man sehr vieles richtig gemacht haben muss. Große Fußstapfen, die da hinterlassen werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare