Alte Apfelsorten wie "Kaiser Wilhelm" punkten durch ihren Geschmack und ihre Bekömmlichkeit. Im Wildapfelgarten in Pohlheim sollen rund 200 Bäume gepflanzt werden. ARCHIVFOTO: PAD
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Alte Apfelsorten wie "Kaiser Wilhelm" punkten durch ihren Geschmack und ihre Bekömmlichkeit. Im Wildapfelgarten in Pohlheim sollen rund 200 Bäume gepflanzt werden. ARCHIVFOTO: PAD

"Apfelbaumwald" mit Ursorten

  • vonConstantin Hoppe
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Linden/Pohlheim(con). Wo die wilden Äpfel wachsen: In Pohlheim soll in naher Zukunft ein Wildapfelgarten entstehen. Dazu wurde bereits ein Pachtvertrag zwischen dem NABU und der Stadt Pohlheim geschlossen. Jetzt sollen schon bald die Arbeiten losgehen, doch dafür ist man auf Unterstützung angewiesen.

Deshalb stellte Dr. Bernd Wirsam nun das Projekt "Wildapfellehrgarten" vor den Mitgliedern der Lindener NABU-Gruppe vor. Entstehen soll der Wildapfelgarten auf rund 3800 Quadratmetern Fläche in der "Leimenkaute" in Watzenborn-Steinberg. Insgesamt soll dort ein Apfelbaumwald mit circa 200 Bäumen entstehen. Dabei werden, wie der Name bereits sagt, vor allem die Ur-sorten der heutigen Kulturäpfel gepflanzt: Malus Sylvestris (Holzapfel), Malus Sieversii (Asiatischer Wildapfel), Malus Floribundus (Vielblütiger Zierapfel), Malus Sibirica (Winter Gold), Malus Baccata (Kirschapfel) und der Malus Orentalis (Kaukasus- oder Orientapfel).

"Wir wollen der Natur einen Vorschlag machen: Hier hast du verschiedene Apfelsorten, schau mal, was dir da gefällt", erklärte Wirsam während seines Vortrags. Ziel ist es, einen möglichst vielfältigen und ursprünglichen Apfelwald zu erschaffen. Die Kerne der Wildäpfel können dann gesammelt werden, um weitere Anpflanzungen zu tätigen.

Insektenparadies und Biodiversität

"Die Pflanzung bleibt in ihrer Entwicklung weitestgehend sich selbst überlassen und soll als Genpool dienen", sagte Wirsam weiter. "Da jeder Sämling einen eigenen Genotyp darstellt, ist eine hohe Biodiversität erreichbar." Daneben würde ein solcher Wildapfelwald auch ein wahres Insektenparadies darstellen - zusätzlich auch ein hervorragendes Vogelbiotop.

Dass die Pflanzung in Pohlheim und nicht in Linden stattfinden soll hat dabei einen ganz einfachen Grund: In der Lindener Gemarkung war kein geeignetes Grundstück zu finden. In den kommenden Monaten soll die Fläche entsprechend vorbereitet werden und auch ein Termin mit der Unteren Naturschutzbehörde stattfinden.

Geplant ist zudem ein Schutzzaun um die Pflanzung, um die Bäume vor Wildverbiss zu schützen. Das Anpflanzen der Bäume könnte nach Wirsam gemeinsam mit der NABU Jugend stattfinden, danach steht vor allem die Wässerung der Bäume bei Trockenheit an. Später soll dann die Entwicklung der Bäume beobachtet und eventuell wissenschaftlich begleitet werden.

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