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In der Sudetenstraße könnten 60 bis 70 neue Wohnungen entstehen. Anwohner protestieren gegen die Abholzung des Grünstreifens (rechts im Bild).

Große Bedenken

Anwohner in Linden wollen neue Wohnbebauung verhindern

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Die geplante Bebauung an der Sudetenstraße in Linden mit rund 60 neuen Wochnungen ruft die Anwohner auf den Plan. Sie sorgen sich vor allem um einen Grünstreifen. Der Investor reagiert.

60 bis 70 neue Wohnungen in der Sudetenstraße in Großen-Linden? Der Kritik und den Anregungen der Bürger stellten sich am Mittwochabend die Vertreter der Revikon GmbH. Das auf einem bislang brachliegenden Streifen an jener Straße geplante Bauprojekt hat bereits für einige Aufregung unter den Lindener Bürgern gesorgt. Die größte Sorge: der dort vorhandene Grünstreifen. Schließlich sei dieser einer der wenigen Areale dieser Art, die Linden noch zu bieten hat. Was bislang im Detail geplant ist, stellten Architekt Felix Feldmann und Daniel Beitlich von der Revikon GmbH während des Informationsabends in den "Lindener Ratsstuben" vor. Anschließend konnten auch die Bürger auch ihre Fragen, Bedenken und Anregungen äußern.

Investoren kündigen Variante an

Die Revikon GmbH ist in Besitz von zwei Grundstücken am Bahndamm in der Sudetenstraße in Linden und möchte auf diesen Grundstücken Miets- und Eigentumswohnungen bauen (die GAZ berichtete). Das Investitionsvolumen liegt bei 18 bis 20 Millionen Euro. Besonders attraktiv sollen die Wohnungen durch deren unmittelbare Nähe zum Bahnhof sein. Für deren Bewohner soll auch eine eigene Durchfahrt zu einer Tiefgarage unter den Wohnungen gebaut werden, um die Verkehrssituation in der Sudetenstraße nicht zu überlasten. Dennoch haben einige Bürger starke Bedenken gegenüber dem Bauvorhaben.

Auf die Frage, in welcher Preisklasse die geplanten Wohnungen sich befinden werden, konnte Beitlich nicht genau antworten: Die Revikon GmbH werde keine der Wohnungen selbst behalten, sondern alle verkaufen. Ob die neuen Eigentümer sie dann selbst weitervermieten, bleibe ihnen überlassen. Schätzungsweise werde sich der Mietpreis im Bereich von 6,50 bis 8 Euro pro Quadratmeter bzw. der Kaufpreis auf etwas über 3000 Euro pro Quadratmeter belaufen.

Insgesamt sollen in zwei Gebäudereihen zwischen 60 und 70 Wohnungen entstehen. Dadurch soll ein einheitliches Bild geschaffen werden, da die neu entstehenden Wohnungen in etwa so hoch wären wie die gegenüberliegenden, bereits vorhandenen Gebäude der Sudetenstraße. Ein weiterer Vorschlag der Revikon ist ein Kita-Gebäude mit darüberliegenden seniorengerechten Wohnungen. Diesen Gebäudekomplex würde die Revikon als einzigen der geplanten Gebäude selbst behalten wollen - das ist aber bisher nur ein Angebot an die Stadt Linden. "Sobald das Verfahren abgeschlossen ist, könnte das Bauprojekt innerhalb von zwei Jahren verwirklicht werden", teilte Beitlich mit.

Die Zukunft des Grünstreifens an der Sudetenstraße dürfte wohl die größte Sorge der Lindener sein: Bereits im Vorfeld der Bürgerinformation am Mittwoch wurde eine von 500 Bürger unterzeichnete Unterschriftenliste gegen das Bauvorhaben an Bürgermeister Jörg König weitergeleitet. Zudem hatten sich am Abend einige Lindener versammelt; sie übergaben weitere 520 Unterschriften an den Rathauschef. "Man merkt, dass das Bauvorhaben bei vielen Mitbürgern auf großes Interesse stößt", sagte König. Das kann man vor Ort in der Sudetenstraße auch sehen: Dort haben Anwohner ein Schild aufgestellt, um einer Abholzung des Grünstreifens entgegenzuwirken.

Und auch eine Bürgerinititative steht quasi in den Startlöchern: Die Anwohner der Sudetenstraße laden zwecks Gründung einer Interessengemeinschaft zum Erhalt des Grünstreifens zu einer Versammlung ein. Diese soll am Freitag, dem 27. September, um 20 Uhr im AWO-Vereinshaus (Sudetenstr. 21a) stattfinden. Die Vertreter der Revikon GmbH versicherten am Mittwochabend den Teilnehmern der Infoveranstaltung, zunächst eine Bebauungsvariante auszuarbeiten, in welcher der besagte Grünstreifen vollständig oder zumindest teilweise erhalten bleibt.

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