Entsteht auf der 48,9 Hektar großen Fläche "Pfaffenpfad" im Kreis Gießen ein Gewerbegebiet? (Symbolfoto)
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Entsteht auf der 48,9 Hektar großen Fläche »Pfaffenpfad« im Kreis Gießen ein Gewerbegebiet? (Symbolfoto)

Regionalplanung

Kreis Gießen: 49 Hektar großes Gewerbegebiet plötzlich wieder im Gespräch

  • VonStefan Schaal
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Regionalplaner des Regierungspräsidiums schlagen vor, dass Gießen und Linden die 48,9 Hektar große Fläche »Pfaffenpfad« gemeinsam erschließen. Es ist eine Wiederbelebung alter Pläne.

Linden - Pläne für ein Gewerbegebiet im Kreisgebiet tauchen derzeit wieder auf, die vor zehn Jahren erledigt schienen. Regionalplaner des Regierungspräsidiums schlagen vor, dass Gießen und Linden die 48,9 Hektar große Fläche »Pfaffenpfad« gemeinsam erschließen.

Gewerbegebiet „Pfaffenpfad“ im Kreis Gießen: Wiederbelebung der Pläne durch die Stadt Linden

Die Stadt Linden hatte die Wiederbelebung der Pläne ins Spiel gebracht und das Gebiet als Vorrangfläche für Industrie und Gewerbe vorgeschlagen. Er freue sich, dass über das Gewerbegebiet ergebnisoffen diskutiert werde, sagte Lindens Bürgermeister Jörg König (CDU). Unternehmen fragen immer wieder bei der Stadt an und möchten sich ansiedeln, sagte König. »Aber sie suchen Grundstücke in Größenordnungen, die wir nicht zur Verfügung haben.« Linden benötige ein neues Gewerbegebiet. Die Regionalplanung billigt dem Unterzentrum Linden zusätzliche Gewerbeflächen nur in einer Größe von bis zu sieben Hektar zu - daher kam es zur Idee einer interkommunalen Gewerbefläche mit dem Oberzentrum Gießen.

Das Areal zieht sich von Großen-Linden entlang der A 45 fast bis zum Gießener Gewerbegebiet »Rechtenbacher Hohl«. Ob aus dem vor wenigen Tagen im Haupt- und Planungsausschuss der Regionalversammlung vorgestellten Vorschlag wirklich etwas wird, müssen am Ende die Parlamente in Gießen und Linden entscheiden.

Vor diesem Hintergrund schätzt Dr. Christof Schütz, Fraktionsvorsitzender der Lindener Grünen, eine Entscheidung für das Gewerbegebiet als unwahrscheinlich ein. »Das ist eine tote Hose«, sagte er. Eine Koalition in Gießen unter grüner Beteiligung werde voraussichtlich nicht für den »Pfaffenpfad« stimmen. Und auch in Linden sei eine Mehrheit für das Projekt ungewiss. »Wir sind sicher dagegen«, sagte Schütz. Die Grünen seien gegen die Versiegelung von Ackerfläche und gegen Gewerbegebiete »alter Schule«. Für Unternehmen auf bereits erschlossener Fläche mit Start-ups aus »eher denk- als industrienahen« Branchen sei man offen.

48,9 Hektar großes Gewerbegebiet im Kreis Gießen: Projekt vor Jahren gescheitert

Vor drei Jahren haben sich König und Gießens Bürgermeister Peter Neidel (CDU) getroffen und über ein mögliches Gewerbegebiet »Pfaffenpfad« unterhalten. Neidel hatte anschließend erklärt, man wolle aufgrund begrenzter Flächen »zukünftig verstärkt mit den Umlandkommunen kooperieren«, er hatte von »sehr guten Rahmenbedingungen« des »Pfaffenpfads« aufgrund der Lage an der Autobahn gesprochen. König sagte auf Nachfrage, seitdem habe er keine weiteren Gespräche mit politischen Vertretern in Gießen über den »Pfaffenpfad« geführt.

Linden hat vor rund zehn Jahren eine Gewerbefläche »Pfaffenpfad« gegen den Willen der Stadt Gießen in der Regionalversammlung durchgesetzt. Gießen hatte daraufhin erfolgreich vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof gegen das Vorhaben geklagt.

2013 hatte Lindens scheidender Bürgermeister Dr. Ulrich Lenz im Rahmen seiner Verabschiedung in weiser Voraussicht erklärt: »In zehn Jahren wird der Pfaffenpfad wieder zur Diskussion stehen.« (srs)

Die Mitglieder der Bürgerinitiative Lützellinden zeigten sich von dem Vorschlag wenig begeistert.

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