Radio 2020 ist startklar: Die Band mit (v. l.) Mischa Jung, Lisa Marie Krause, Jessica Hormann (stehend) und Peter Herrmann feiert am 24. Juli auf Burg Gleiberg Premiere. Als Gastmusiker ist Moritz Weissinger (r.) mit von der Partie. FOTO: PM
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Radio 2020 ist startklar: Die Band mit (v. l.) Mischa Jung, Lisa Marie Krause, Jessica Hormann (stehend) und Peter Herrmann feiert am 24. Juli auf Burg Gleiberg Premiere. Als Gastmusiker ist Moritz Weissinger (r.) mit von der Partie. FOTO: PM

Lieblingssongs im Radio-Sound

  • Gabriele Krämer
    vonGabriele Krämer
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"Radio Gaga", ein Meisterwerk von Queen, mit Querflöte statt des markanten Synthesizersounds? Der Fury-Song "Radio Orchid" als dreistimmige Hymne, dann auch noch unplugged? Eine neue Band setzt ihre Lieblingssongs in Szene - die Premiere steigt in Kürze auf Burg Gleiberg: Bühne frei für Radio 2020.

Die "Best of"-Songs aus ihren Mixtapes und Playlists haben sie in einen Topf geworfen, und das aus unterschiedlichen Pop-Epochen zusammengewürfelte Repertoire mit einer kräftigen Prise Herzblut gewürzt. Dass sich aus einer spontanen Jamsession im Herbst 2019 schon bald eine neue Musikformation entwickeln würde, daran hätten Lisa Marie Krause, Jessica Hormann, Mischa Jung und Peter Herrmann nicht im Traum gedacht. Sie hatten "chillen, einfach mal runterkommen wollen", als sie sich seinerzeit nach der letzten Aufführung von Herrmanns Multimedia-Popmusical "Samis Welt" (die GAZ berichtete) Backstage zusammensetzten - bis irgendwann eine Gitarre rumging - das war die Initialzündung für Radio 2020.

Von wegen aktuelle Charts: Geradewegs aus dem Effeff hatten die drei "Ü 30er" Krause, Hormann und Jung Pop-Klassiker wie etwa "Eleanor Rigby" (Beatles), "Brain Damage" (Pink Floyd) oder "Space Oddity" (David Bowie) drauf. "Ich war völlig baff, dass die jungen Leute diese Sechziger-/Siebzigerjahre-Songs kennen", erinnert sich Herrmann, der Bassist und Musikproduzent vom Lollarer Kirchberg, an jenen Abend in der Wetzlarer Event-Werkstatt. "Es war genau so, wie man sich das als Musiker wünscht: Jemand spielt Gitarre, und dann setzt Gesang ein - zwei-, dreistimmig." Die nahe liegende Frage damals: "Machen wir was daraus?" Seine Wunschvorstellung sei freilich nie eine Coverband gewesen, gesteht der 59-Jährige im Interview ein. Doch von jener Backstage-Runde, da sei eine ganz besondere Magie ausgegangen.

Nach und nach haben sie ihr Repertoire um ungewöhnliche, vorwiegend akustische Versionen von Popsongs aus fünf Jahrzehnten angereichert - um Klassiker und solche, die fast vergessen sind.

Radio 2020, das sind drei große Stimmen, begleitet von Gitarre, Bass, Cajon. Und dann gibt es ja auch noch die Querflöte, gespielt von Lisa Marie Krause.

Die Chemie stimmt, schließlich kennt man sich schon eine ganze Weile, hat viele Gemeinsamkeiten in der musikalischen Biografie: Lisa Marie Krause, Jessica Hormann und Mischa Jung sind Hobbymusiker, als solche allesamt Frontleute in eigenen Formationen.

Erste Bühnenerfahrungen hatten die drei seinerzeit in der Treiser Musicalgruppe unter der Leitung von Daniela Werner gesammelt. In unterschiedlichen Stücken bekleiddeten sie jeweils eine Hauptrolle, wurden vom Publikum wiederholt frenetisch gefeiert.

"Mischa war mal mein Musikschüler. Mittlerweile spielt er bei Radio 2020 den Bass. Und mir bleibt die Gitarre...", lacht Herrmann.

Zum Lachen freilich war es der "frischgebackenen" Band überhaupt nicht mehr zumute, als sich ihre ambitionierten Pläne in Luft aufzulösen drohten. Rund 20 Konzerte waren bereits organisiert, dann kam Corona - und eine Absage nach der anderen.

Nun aber freut sich Radio 2020 auf ihre Premiere am Samstag, 25. Juli, um 15 Uhr auf der Burg Gleiberg. Als Gastmusiker mit von der Partie ist Moritz Weissinger, ein langjähriger Weggefährte. Der erste öffentliche Auftritt der Band ist eingebunden in ein Festival-Wochenende auf der Burg, das relativ kurzfristig vom "Kultursommer Mittelhessen" und örtlichen Veranstaltern auf die Beine gestellt wurde - mit entsprechenden Auflagen. Tickets gibt es nur online. Herrmann steht die Vorfreude ins Gesicht geschrieben: "Eine richtig kleine, feine Band, in der alle singen können - außer mir."

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