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Die bessere Wahl: Statt Laubbläser lieber Rechen und Besen benutzen. SYMBOLFOTO: DPA

Lieber mit Rechen und Besen

  • Vonred Redaktion
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Gießen (pm). Die stürmischen Tage der letzten Woche haben für reichlich Laub auch in den Gärten im Landkreis Gießen gesorgt. Angesichts dessen scheint der Griff zum Laubsauger für viele Gartenbesitzer eine praktische Lösung zu sein. Doch der NABU rät vom Einsatz der für die Natur schädlichen Laubsauger ab. »Mit einer Luftgeschwindigkeit von bis zu 160 Stundenkilometern saugen die Geräte nicht nur Blätter, sondern auch unzählige für den Boden und die Vogelwelt wichtige Kleinlebewesen auf«, sagt der Landesvorsitzender Gerhard Eppler.

Bei Laubsauggeräten mit Häckselfunktion werden die Tiere und Insekten meist im gleichen Arbeitsgang zerstückelt. Laubsauger mit Verbrennungsmotor stoßen darüber hinaus gesundheitsschädliche Abgase wie Kohlenwasserstoffe, Stickoxide und Kohlenmonoxid aus. Wer im nächsten Jahr Singvögel in seinem Garten sehen wolle, solle die Motorheuler besser in der Ecke stehen lassen und stattdessen Besen und Rechen nutzen.

Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel: Hinsichtlich Anschaffungs-, Unterhalts- und Energiekosten sind unmotorisierte Gartengeräte erheblich günstiger. »Wer ganz klassisch zu Besen und Rechen greift und Laubhaufen für die Tierwelt anlegt, oder die Blätter kompostiert, der freut nicht nur die Natur, sondern auch seine Nachbarn«, sagt Eppler.

Für die Vielfalt im Garten sind Laubsauger ein echtes Problem. Wo sie ein paar Jahre lang alle Blätter weggeputzt haben, wird man kaum noch Meisen, Schmetterlinge, Käfer und Igel sehen.

Tiere verwandeln Laub in Humus

Die Geräte lassen nicht nur Blätter und Pflanzensamen verschwinden, sondern auch viele Kleintiere, die auf dem Boden leben und eine wichtige Rolle im Nährstoff-Kreislauf der Natur spielen. Tiere wie Regenwürmer, Spinnen, Asseln, Tausendfüßer und Milben verwandeln Laub und Pflanzenreste in Humus und dienen Vögeln und anderen Tieren als Nahrung.

»Für Igel, Spitzmaus und Kröte bietet die Laubschicht Schutz vor der Winterkälte. Auch Schmetterlingspuppen und viele Nützlinge überwintern gerne unter den Blätterhaufen«, so Eppler. Unter Sträuchern und Stauden sollten Blätter unbedingt liegen bleiben, da sie als natürlicher Wintermantel den Boden vor dem Austrocknen und Pflanzenwurzeln sowie Blumenzwiebeln vor Frost schützten.

Vor allem flachwurzelnde Pflanzen wie Johannis- und Stachelbeeren können einen solchen Schutz gut gebrauchen. Zumal das Laub ihnen im Nachgang zusätzliche Nährstoffe bietet und für den Aufbau der Humusschicht genutzt werden kann.

Der NABU appelliert daher an Gartenbesitzer, auf Laubsauger zu verzichten und lieber zu Besen und Rechen zu greifen oder das Laub auf Beeten und Rabatten einfach liegen zu lassen. »Wer für Laub- oder Reisighaufen nicht genügend Platz in seinem Garten hat, kann einen kleinen Komposthaufen anlegen«, rät Eppler. So könne das Herbstlaub dem Nährstoffrecycling zugeführt und im Frühjahr als wertvoller Kompost wieder auf Beete ausgebracht werden.

Laub, das auf den abgeernteten Beeten verteilt wird, schützt den Boden im Winter und führt ihm Nährstoffe zu. Ein wahrhaft ›grüner Daumen‹ braucht dann keine Chemie mehr. Zusätzlich kann man das Laub auch als Frostschutz für Kübelpflanzen nutzen.

Wer schon immer ein Hochbeet anlegen wollte, der kann Schnittgut als Grundlage nutzen. Durch die Verrottung geben die Abfälle allmählich ihre Nährstoffe an das Beet ab und düngen so langfristig.

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