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Der Naturschutzbund sieht Laubbläser kritisch. (Symbolfoto: dpa)

Lieber mit Besen und Rechen

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Gießen (pm). Angesichts bunter Laubmassen in Gärten und auf Wegen scheint der Griff zum Laubsauger für viele Gartenbesitzer eine praktische Lösung zu sein, doch der Naturschutzbund (NABU) rät vom Einsatz "der für die Natur schädlichen" Geräte ab. "Mit einer Luftgeschwindigkeit von bis zu 160 Stundenkilometern saugen die Geräte nicht nur Blätter, sondern auch unzählige für den Boden und die Vogelwelt wichtige Kleinlebewesen auf", erklärt der Landesvorsitzende Gerhard Eppler.

Bei Laubsauggeräten mit Häckselfunktion würden die Tiere und Insekten meist im gleichen Arbeitsgang zerstückelt. Laubsauger mit Verbrennungsmotor stoßen darüber hinaus gesundheitsschädliche Abgase wie Kohlenwasserstoffe, Stickoxide und Kohlenmonoxid aus, erklärt der NABU. Wer im nächsten Jahr Singvögel in seinem Garten genießen wolle, solle die Motorheuler besser in der Ecke stehen lassen und stattdessen Besen und Rechen nutzen.

Schutz vor Winterkälte

Das schone nicht nur die Umwelt, weil man Energie spart, Abgase und Lärm vermeidet, sondern auch den Geldbeutel: Hinsichtlich Anschaffungs-, Unterhalts- und Energiekosten sind unmotorisierte Gartengeräte erheblich günstiger. "Wer ganz klassisch zu Besen und Rechen greift und Laubhaufen für die Tierwelt anlegt, oder die Blätter kompostiert, der freut nicht nur die Natur, sondern auch seine Nachbarn", meint Eppler.

Für die Vielfalt im Garten seien Laubsauger ein echtes Problem. Wo sie ein paar Jahre lang alle Blätter weggeputzt haben, werde man kaum noch Meisen, Schmetterlinge, Käfer und Igel sehen. Die Geräte lassen nicht nur Blätter und Pflanzensamen verschwinden, sondern auch viele Kleintiere, die auf dem Boden leben und eine wichtige Rolle im Nährstoff-Kreislauf der Natur spielen, erläutert der Sprecher des Naturschutzbundes.

Regenwürmer, Spinnen, Asseln, Tausendfüßler, Springschwänze und Milben verwandeln Laub und Pflanzenreste in Humus und dienen Vögeln und anderen Tieren als Nahrung. "Für Igel, Spitzmaus und Kröte bietet die Laubschicht Schutz vor der Winterkälte. Auch Schmetterlingspuppen und viele Nützlinge überwintern gerne unter den wärmenden Blätterhaufen", sagt Eppler. Unter Sträuchern und Stauden sollten Blätter unbedingt liegen bleiben, da sie als natürlicher Wintermantel den Boden vor dem Austrocknen und Pflanzenwurzeln sowie Blumenzwiebeln vor Frost schützten.

Sinnvoll sei es, Laub- und Reisighaufen anzulegen. Sie seien ein wichtiger Bestandteil eines naturnahen, lebendigen Gartens. Igel, die im Herbst auf der Suche nach einem Platz für den Winterschlaf seien, nutzen sie gerne als Schutz in der kalten Jahreszeit. "Wer für Laub- oder Reisighaufen nicht genügend Platz in seinem Garten hat, kann einen kleinen Komposthaufen anlegen", rät der Biologe Eppler. So könne das Herbstlaub dem Nährstoffrecycling zugeführt und im Frühjahr als wertvoller Kompost wieder auf Pflanzbeete ausgebracht werden.

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