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Für Allendorf war bislang ein Bevölkerungsrückgang von 6,8 Prozent vorhergesagt. Doch die aktualisierten Zahlen zeigen, Allendorf wird noch stärker schrumpfen.

Lich wächst, Allendorf schrumpft stärker

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Gießen (pm). Wie entwickelt sich der Landkreis Gießen? Das Demografiemonitoring des Kreises liefert dazu ortsgenaue Informationen. Mit Beteiligung der Kreiskommunen sind nun die Angaben des zum Jahresbeginn vorgestellten Demografieatlas überprüft worden. Für den Landkreis insgesamt lassen sich nur geringe Veränderungen im Vergleich zur Prognose feststellen, für einzelne Kommunen gibt es allerdings deutlichere Abweichungen.

Die Bevölkerungsprognose schreibt den Zeitraum von 2012 bis 2016 bis zum Jahre 2030 fort. Aufgabe des Demografiemonitorings ist es unter anderem, zu überprüfen, ob sich die vorausgesagte Bevölkerungsentwicklung in den Kommunen auch wirklich beobachten lässt. "Das gibt den politischen Entscheidungsträgern in Kreis und Kommunen einen Hinweis darauf, mit welcher Wahrscheinlichkeit die Annahmen bis 2030 zutreffen", erläutert Dr. Julien Neubert, Demografiebeauftragter des Landkreises. Für die kommunale Planung sei das mit Blick auf ein mögliches Nachjustieren oder Fehlentwicklungen relevant.

Insgesamt geringe Abweichung

Für die vorliegende Aktualisierung des Demografiemonitorings wurden die tatsächlichen Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2018 mit dem Vorhersagewert der Prognosen für das Jahr 2018 verglichen. Für die Kreisbevölkerung ohne die Stadt Gießen ergibt sich nur eine geringe Abweichung nach unten von knapp 0,48 Prozentpunkten.

Heuchelheim, Lich, Linden, Staufenberg und Wettenberg wuchsen bis zum Jahresende 2018 stärker, als das Demografiemonitoring prognostiziert hatte. Lich weist dabei mit einem Wert von 1,05 Prozentpunkten über dem Vorhersagewert die positivste Bevölkerungsentwicklung auf.

Die negativsten Abweichungen im Vergleich zur Prognose verzeichnen Rabenau, Laubach und Biebertal. In diesen Gemeinden geht die Bevölkerung stärker zurück als angenommen. Am deutlichsten zeigt sich die negative Abweichung in Allendorf (Lumda). Für die kleinste Stadt des Landkreises war bislang bis zum Jahr 2030 ein Bevölkerungsrückgang um 6,8 Prozent zu erwarten. Hätte Allendorf (Lumda) diesen Vorhersagewert erreichen wollen, müsste der Wanderungssaldo für die Jahre 2017 und 2018 bei durchschnittlich 1,61 mehr Zu- als Fortzügen pro 1000 Einwohner liegen. Jedoch liegt der Wert bei 0,23 mehr Fort- als Zuzügen pro 1000 Einwohner.

Insgesamt stieg die Bevölkerung im Landkreis von 2017 bis 2018 von 275 824 auf 277 321 Einwohner an. Ohne die Stadt Gießen beläuft sich der Anstieg von 188 331 auf 188 934 Einwohner. Die Prognose hatte für den Landkreis ohne die Stadt Gießen knapp 900 Menschen mehr für 2018 vorausgesagt.

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