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Bier des Jahres

Zwei Licher brauen in Thüringen erfolgreich Bier

  • Ursula Sommerlad
    vonUrsula Sommerlad
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Erfolg für Thomas und Stefanie Schäfer: Beim Wettbewerb "Bier des Jahres" kamen sie auf Platz 2.

Greiz? Vor 15 Jahren hätte Thomas Schäfer hinter diesem Namen noch ein dickes Fragezeichen gemacht. Jetzt sind der gebürtige Licher und seine Familie in der Stadt an der thüringisch-sächsischen Grenze längst zu Hause. Mehr noch: Aktuell sorgen Thomas und Stefanie Schäfer dafür, dass ihre Wahlheimat in aller Munde ist. Und das ist wörtlich zu nehmen. Beim Wettbewerb "Bier des Jahres" der Bild-Zeitung haben die Inhaber der "Greizer Vereinsbrauerei" den zweiten Platz belegt. Ein einziges kleines Pünktchen trennte sie vom Sieger Denis Gerasimovski aus Detmold.

Süffiges Schwarzbier

Ins Rennen gegangen waren die beiden Ex-Licher und Wahl-Greizer mit ihrer "Schwarzen Perle", einem süffigen Schwarzbier, das seit April zum Portfolio ihrer Brauerei gehört. "Wir haben mehrere gute Biere", sagt Schäfer. Doch bei unter hundert Bewerbern habe er sich keine allzu großen Hoffnungen gemacht. Umso größer war die Überraschung, als die Mitteilung kam: "Ihr seid im Finale".

Thomas Schäfer und seine Frau Stefanie, eine geborene Wagner, genossen nicht nur die Reise nach Berlin und das spannende Finish, das live aus dem Axel-Springer-Haus gestreamt wurde. Sie freuen sich vor allem über die Bestätigung, "dass wir gute Biere machen." Und in einem für die Braubranche problematischen Jahr kommen die vielen Online-Bestellungen, die seit der Finalteilnahme eingehen, wie gerufen. Auch die ersten Handelsketten hätten schon angeklopft, erzählt Schäfer.

Früher bei der Licher Brauerei

Gelernt hat der 57-Jährige sein Metier daheim in Lich, bei der Privatbrauerei Ihring-Melchior. 2006 verabschiedete er sich dort als Einkaufsleiter und heuerte zunächst als angestellter Geschäftsführer bei der Greizer Vereinsbrauerei an. Vier Jahre später übernahmen die Schäfers das 1972 gegründete Unternehmen als Familienbrauerei mit aktuell 27 Mitarbeitern und einem Jahresausstoß von rund 50 000 Hektolitern.

Sie haben es nicht bereut. "Es ist nicht einfach, aber es macht Spaß", sagt Thomas Schäfer. Die mittlerweile erwachsenen Söhne Felix und Philipp, die vor zehn Jahren beim endgültigen Umzug ihre Freunde in Lich nur ungern zurück ließen, haben in Ostdeutschland längst Wurzeln geschlagen. Und auch der Vater erzählt, dass er schnell Kontakt gefunden habe. "Als Brauerei-Chef fällt das nicht so schwer", sagt er. Vor allem, wenn man neuen Dingen aufgeschlossen ist. Die Schäfers sind es. Aufmerken ließ ihr Amigos-Zwickl, das sie vor einigen Jahren in Greiz als besonderen Fanartikel für ihre alten Bekannten, die Amigos aus Villingen, produzierten. Zudem sind sie passionierte Handballer. Selbstverständlich haben sie Sportler aus der alten und der neuen Heimat zusammengebracht. Und so machen viele Oberhessen hinter dem Namen Greiz ganz bestimmt kein Fragezeichen. Sie wissen genau, wie sie dort hinkommen: bis zum Hermsdorfer Kreuz und dann Richtung Süden. Sie fahren die Strecke regelmäßig. Jedes Jahr zum Brauereifest. us/FOTO: PM

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