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Der neu gestaltete Eingangsbereich des Licher Hallenbades mit automatischem Drehkreuz und barrierefreiem Zugang.

Zwangspause gut genutzt

Lich (keh). Reges Treiben herrscht im Eingangsbereich des Licher Hallenbades. Eine Familie kommt herein, zum Schwimmen sind Eltern und Kinder jedoch nicht da. Ihre Masken nehmen sie kurz für ein Foto ab, das eine Mitarbeiterin - coronakonform - hinter einer Glasscheibe aufnimmt. Die Bilder werden auf der neuen Chipkarte für Mitglieder des Hallenbadvereins hinterlegt.

So kann der Bademeister die Konterfeis der eingelassenen Gäste mit denen auf dem Foto vergleichen.

Das Schwimmbad hat seit kurzem ein neues Zugangssystem für die Besucher: Die Mutter hält ihren Ausweis vor das Gerät. Grünes Licht, ein Piepsen ertönt: Es hat funktioniert, sie kann durch das Drehkreuz eintreten. Erstmal allerdings nur probeweise, denn das Bad ist aufgrund der Pandemie noch geschlossen.

Einlasskontrolle nun per Drehkreuz

Das vom Licher Hallenbadverein während der coronabedingten Pause installierte automatische Drehkreuz ist aber nicht die einzige Neuerung. Der Trägerverein, der das Schwimmbad seit 2005 von der Stadt pachtet, hat die anhaltende Zwangspause gut genutzt. Vorstandsmitglied Florian Stowasser war maßgeblich an den Renovierungsarbeiten beteiligt. Er erzählt, dass alle Pfosten im Bad neu gestrichen wurden. Die Farbe dazu hat der Malerbetrieb Blasini gespendet, der in derselben Straße ansässig ist.

Auch neue Abtrennungen, teilweise mit Tür, wurden in den Duschkabinen installiert. Dabei wären alte, unschöne Fliesen zum Vorschein gekommen, die Fliesenleger Peter Kröber kostenlos getauscht habe. »Ihnen gebührt ein großer Dank«, sagt Beisitzer Stowasser über die Sponsoren.

Bis auf die Erneuerung der Silikonfugen in den Feuchtbereichen hätten ehrenamtliche Helfer die übrigen Arbeiten selbst ausgeführt. Auch der Bademeister, der durch die Schließung »viel Zeit« hatte, habe mitgeholfen.

»Bereits vor dem Lockdown haben wir angefangen, das Drehkreuz zu montieren. Jetzt ist auch das dazugehörige System fertig«, sagt Detlef Clemens, Erster Vorsitzender des Hallenbadvereins. Mittlerweile seien über 500 Mitglieder des Trägervereins mit dem neuen maschinenlesbaren Ausweis ausgerüstet.

Das System erlaubt, dass nach der Wiedereröffnung ohne manuelle Eingangskontrolle gearbeitet werden kann. Jedes Mitglied kann sich über ein am Drehkreuz angebrachtes Display mit der elektrischen Chipkarte selbst einlassen. Der neu gestaltete Eingangsbereich ermöglicht zudem einen barrierefreien Zugang am Drehkreuz vorbei. Das sei auch von Vorteil für die Schulklassen, damit die Kinder nicht alle einzeln eintreten müssen, sagt Clemens.

Schwimmunterricht ist in Absprache mit dem Landkreis seit etwa drei Wochen wieder erlaubt. »Bis jetzt kommen nur Klassen der Dietrich-Bonhoeffer-Schule, nach den Osterferien haben sich aber noch mehr Schulen angekündigt«, erläutert Stowasser.

Hygienekonzept zahlt sich aus

Noch einen zusätzlichen Vorteil hat das neue Zugangssystem während der Corona-Pandemie. Gemäß des Hygienekonzeptes des Vereins ist das Gerät so programmiert, dass es nach 25 Personen automatisch niemanden mehr einlässt - so kann die maximale Belegung nie überschritten werden. »Ich gehe davon aus, dass wir mindestens bis Ende des Jahres mit dem Konzept fahren müssen«, prognostiziert der Vorsitzende.

Zum Hygienekonzept gehört auch, dass Besucher über die Website des Hallenbadvereins Schwimmzeiten buchen müssen. Dort wählen sie eine Uhrzeit aus und haben dann eine Stunde Zeit im Wasser, zudem jeweils eine Viertelstunde zum Umziehen und Duschen. »Wasserratten«, die technisch nicht so bewandert sind, können sich telefonisch anmelden. Das Licher Hallenbad ist somit bestens gerüstet und bereit für die Zeit nach dem Lockdown.

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