Die Besucherzahlen im Licher Waldschwimmbad sind deutlich gestiegen. FOTO: CON
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Die Besucherzahlen im Licher Waldschwimmbad sind deutlich gestiegen. FOTO: CON

Bilanz vorgelegt

Zehn Prozent mehr Besucher im Licher Waldschwimmbad

  • vonConstantin Hoppe
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Das Licher Waldschwimmbad gehört zu den Gewinnern des Corona-Sommers: Das berichtet Joachim Siebert, Vorsitzender des betreibenden Vereins. "Wir haben stark von neuen Gästen profitiert."

Die Zahlen, die Joachim Siebert auf der Jahreshauptversammlung präsentierte, waren durchaus imposant. Zwar konnte das Licher Waldschwimmbad coronabedingt in diesem Jahr erst anderthalb Monate später öffnen als normal, den Besucherzahlen aber tat das keinen Abbruch. Im Gegenteil, rund zehn Prozent mehr Gäste als in den Vorjahren kamen in diesem Sommer. "Das Waldschwimmbad hat stark von neuen Gästen profitiert", sagte Siebert, Vorsitzender des betreibenden Vereins SEK Waldschwimmbad.

Den stärksten Andrang an einem Tag verzeichneten die Verantwortlichen am 8. August. Es war jener heiße Samstag, als beispielsweise der Inheidener See bereits um 12.15 Uhr die ersten Gäste wegen Überfüllung abweisen musste. 1100 Besucher zählten die Licher über den Tag hinweg.

Maximal 750 Besucher durften coronabedingt gleichzeitig das Bad betreten. Zwar sei von den Behörden gar die Zahl 1000 genehmigt worden. "Aber wir haben das selbst weiter beschränkt", erzählte Siebert. Auch das Verhältnis von Vereinsmitgliedern zu Tagesgästen hat sich aufgrund von Corona stark verändert: Liegt es in normalen Zeiten bei 1:2, waren es in den vergangenen Monaten gar viermal mehr Tagesbesucher als Mitglieder.

Diese positiven Zahlen relativieren sich allerdings in der Gesamtbetrachtung ein wenig. Denn auch das gehört zum Corona-Sommer: Durch all die ausgefallenen Veranstaltungen im Waldschwimmbad gingen dem Verein rund 10 000 Euro verloren. Dennoch ist der Vorstand mit dieser Saison sehr zufrieden. Die Zahl der Mitglieder hat sich stark erhöht: Der Verein verzeichnete 95 Neueintritte (und 14 Austritte), so dass der SEK derzeit 1620 Mitglieder zählt.

Neuer Kiosk-Pächter gesucht

Dass sich Badebetrieb und Naturschutz nicht ausschließen müssen, kann man an der guten Entwicklung des Vogelbestandes im Bad sehen. "Viele Vögel wie Zwergtaucher, Schwäne und der Eisvogel fanden gute Brutbedingungen. Der Eisvogel hat sogar dreimal am Waldschwimmbad gebrütet", berichtete der Vorstand. Auch dem Wassers wurde in diesem Jahr eine sehr gute Qualität attestiert - im vergangenen Jahr gab es dabei noch kleinere Probleme.

Dafür gibt es aktuell Schwierigkeiten mit dem Kiosk: "Wir machen uns gerade einmal mehr auf die Suche nach einem Kiosk-Pächter", erklärte Siebert. Mit dem letzten Pächter gab es aus Sicht des Vorstandes einige Unstimmigkeiten - auch in Bezug auf die Umsetzung des coronabedingten Hygienekonzepts im Bad. Der Vorstand hofft, bis zur kommenden Saison einen neuen Pächter zu finden.

Zudem stehen in den kommenden Monaten einige Arbeiten an. Nachdem in den vergangenen Jahren nur Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt wurden, sind die Investitionen des Vereins nun größer. So soll das Kinderbecken und dessen Pumpenanlage für rund 20 000 Euro erneuert werden. Außerdem ist die Installation einer Fotovoltaikanlage im Kioskbereich vorgesehen. Zudem muss der Schwimmbereich im See ausgebaggert werden. Finanzielle Probleme sollten dadurch jedoch nicht entstehen, der Verein hat in den vergangenen drei Jahren gut gewirtschaftet und nun die benötigten Mittel zur Verfügung.

Auch wenn die Badesaison mittlerweile beendet ist, gibt es am ersten und zweiten Oktoberwochenende noch ein Highlight: Dann öffnet das Waldschwimmbad für das "Hundeschwimmen" seine Pforten. Über alle weiteren Veranstaltungen, auch in der kommenden Saison, kann wegen der unklaren Pandemie-Entwicklung dagegen noch nicht allzu viel gesagt werden. "So wie es aussieht" erklärte Siebert, "werden wir viel kurzfristig organisieren müssen."

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