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Wenn die Besucher fehlen

  • Alexander Geck
    vonAlexander Geck
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Lich(age). Auf den ersten Blick ist es im Tierpark Klosterwald wie immer, wenn der Frühling Einzug hält. Die Sonne scheint, und die Tiere tummeln sich in den Gehegen - für die Besucher eine wahre Wonne. Doch diesmal bietet sich dieses Bild nur dem Betreiber Ronald Ebert und seiner Frau Lydia. Sie haben mitgeholfen, dass der frische Nachwuchs nach der regenreichen Winterpause ein wohlbehütetes Zuhause vorfindet. Doch die Freude über das muntere Treiben können sie derzeit nicht mit Besuchern teilen.

Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Verfügungen verhindern dies. Das trifft die beiden besonders hart, ist doch gerade die Zeit von Ostern bis Pfingsten die Hauptsaison. Seit 1982 hätten sie eine solche Situation noch nicht erlebt, sagt Lydia Ebert. Die Einnahmen blieben nun erst einmal aus. Doch an den Kosten könne man nichts ändern. Schließlich gelte es, die geschätzt 300 bis 400 Tiere zu füttern. Neben Trockenfutter stehe bei einigen Tieren immer auch frisches Obst auf dem Speiseplan. Dazukommen Stroh und Heu, letzteres ist nach der Dürre der beiden vergangenen Jahre deutlich teurer geworden. Auch der Tierarzt mache seine Arbeit nicht umsonst.

Spenden erbeten

Nachdem Publikumsliebling "Ilias", ein veritabler rotbunter Ochse, eingeschläfert werden musste, hat Zebu "Martin" dessen Platz eingenommen. Gesellschaft bekommt er von den beiden Kühen "Emma" und "Marlies".

Überhaupt ist die Artenvielfalt im Tierpark immer wieder beeindruckend. Die Nandus mit ihren langen Hälsen, die possierlichen jungen Sattelschweine, die "Flaschenkinder"-Zwergziegen "Heidi" und "Peter", die vier Alpaka-Babys, die Maras, Kängurus oder Gelbbrust-Ara "Otto", der zu sprechen begonnen hat.

Durch den Einnahmeausfall habe man geplante Investitionen erst einmal hintenangestellt, sagt Lydia Ebert. Ob die beiden neuen Hütten für die Alpakas und Zwergziegen in diesem Jahr gebaut werden, wird erst gegen Ende der Saison entschieden.

Derzeit freuen sich Ronald und Lydia Ebert jedenfalls über die ersten Sachspenden. So wird am Seiteneingang immer mal wieder ein Sack mit Möhren abgestellt, der Licher Rewe-Markt spendiert Gemüse. Die Unterstützung tue gut. Doch sie reiche nicht aus, deshalb bitte man um Spenden. Vorerst bleibt für den Betreiber und seine Frau nur die Hoffnung, dass man möglichst bald wieder die Besucher begrüßen kann.

Konto: Tierpark Klosterwald, Ronald Ebert, Sparkasse Laubach-Hungen, IBAN DE97 5135 2227 0001 0001 65; Kontakt Lydia Ebert, Tel. 01 52/34 12-96 51.

Alpakas, Zwergziegen, Waliser Schwarznasenschafe und Nandus bleiben vorerst unter sich. FOTOS: GECK

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