Schätzungen gehen davon ausgehen, dass bis zu acht Prozent der Bevölkerung an Stuhlinkontinenz leiden. 
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Schätzungen gehen davon ausgehen, dass bis zu acht Prozent der Bevölkerung an Stuhlinkontinenz leiden. 

Stuhlinkontinenz

Lich: Weltneuheit für Tabuthema an Asklepios-Klinik

  • vonred Redaktion
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Es ist ein Tabuthema und dennoch ein weit verbreitetes Problem: Nun bietet die Asklepios-Klinik Lich eine Weltneuheit. 

Lich (pm). Stuhlinkontinenz ist in Deutschland noch immer ein Tabuthema, obwohl Schätzungen davon ausgehen, dass bis zu acht Prozent der Bevölkerung darunter leiden. In der Asklepios-Klinik Lich wurde nun ein Meilenstein in der Behandlung gesetzt. Erstmals wurde ein MRT-fähiger Darmschrittmacher bei einem Patienten implantiert.

"Von Stuhlinkontinenz sind häufig Frauen aufgrund von Spätfolgen durch Geburtstraumata betroffen, aber auch Eingriffe im kleinen Becken z. B. bei Krebserkrankungen oder anale Eingriffe können manchmal zu ungewolltem Abgang von Darminhalten führen", erklärt Dr. Thilo Schwandner, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Auch Patienten mit neurogenen Erkrankungen wie multipler Sklerose leiden häufiger als die Normalbevölkerung unter Darmproblemen.

Stuhlinkontinenz: Darmschrittmacher kann helfen

Sobald konservative Maßnahmen wie die Einnahme von Flohsamen oder Medikamenten zur Eindickung des Stuhls, Beckenbodenübungen oder Biofeedbacktherapie nicht die gewünschte Wirkung erzielt haben, gilt ein sogenannter Darmschrittmacher als erste operative Therapieoption.

Bereits im Jahr 2018 wurde dazu in Lich weltweit die erste App zum Einsatz im klinischen Bereich eingeführt. Unter der Leitung von Sektionsleiter Frank Garbe wird die Schrittmachertherapie mit gutem Erfolg schon seit Jahren eingesetzt. "Besonderer Vorteil dieser Methode ist, dass der Eingriff minimal invasiv und reversibel ist. Außerdem lässt sich der spätere Behandlungserfolg vorher gut durch eine Teststimulation vorhersagen", sagt Garbe.

Stuhlinkontinenz: Bisherige Darmschrittmacher nicht immer zielführend

Eine wesentliche Einschränkung der bisherigen Darmschrittmacher war dessen fehlende Zulassung für Kernspin- oder MRT-Untersuchungen. Bei mehr als der Hälfte der Patienten mit einem Schrittmacher ist im Laufe ihres Lebens eine MRT-Untersuchung indiziert. Das gilt insbesondere für Patienten mit neurogenen Erkrankungen, Wirbelsäulenerkrankungen oder orthopädischen Problemen. Die neue Gerätegeneration, die nun erstmals in Lich genutzt wurde, ist für MRT-Untersuchungen geeignet.

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