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Freuen sich auf ihr erstes Konzert: Lara und Tim Bareuther, Marlena Zeidler und Vater Günter, Simon Mallien und Matthias Bareuther (v. l.).

Von zwölf bis 56

  • Nastasja Akchour-Becker
    VonNastasja Akchour-Becker
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Lich (nab). Mit 15 Jahren hat Marlena Zeidler ihr erstes Album mit selbst komponierten Stücken aufgenommen. Jetzt ist sie 16 und arbeitet nicht nur am zweiten, sondern freut sich auch auf ihr erstes Konzert. »Summervibes« versprechen Zeidler und Band am 31. Juli im Park der Kreisvolkshochschule in Lich.

»Wir hoffen, dass dann auch das Wetter mitspielt«, sagt Günter Zeidler, Marlenas Vater und Keyboarder der Band. Denn am liebsten wäre es ihnen, wenn es ein ganz gemütlicher Abend wird, bei dem die Besucher auf Picknickdecken der Musik lauschen.

Dazu eignet sich zum Beispiel das Stück »Summervibes«, dass dem ersten Album auch den Titel gibt. »Als ich vergangenen Sommer einen Hit im Autoradio gehört habe, habe ich gedacht, dass ich auch mal einen Sommerhit schreiben möchte«, erzählt Marlena Zeidler im Garten im heimischen Langsdorf, wo die Band auch probt. Innerhalb von zwei Tagen war dann der Titelsong »Summervibes« mit Text und Akkordeon fertig. Doch bei einem Sommerlied ist es nicht geblieben. »Ich hatte Ferien und wegen der Coronavirus-Pandemie konnte ich sowieso nichts unternehmen«, erzählt sie. Also waren schnell viele weitere Lieder geschrieben und komponiert.

Musikalisch war die heute 16-Jährige sowieso schon immer. Im Alter von acht Jahren begann sie mit Klavierunterricht und dachte sich kleine Melodien aus. Später kam Gesang hinzu und sie lernt gerade auch noch Kirchenorgel. »Manchmal höre ich Lieder und denke, dieser Ansatz ist gut«, erzählt sie über das Komponieren. Sogar im Schlaf träumt sie manchmal von einer Melodie und nimmt sie dann schnell mit dem Handy-mikrofon auf. »Durch das Songwriting kann ich mich ausdrücken und sagen, was ich sonst nicht sagen kann.« Nach den Ferien wird sie die 11. Klasse der Hungener Gesamtschule besuchen. Und Musik soll auch später einmal Teil ihrer Arbeit sein. »Vielleicht werde ich nach dem Abi Musik auf Lehramt studiern«, kündigt sie an.

Für das Album sprach sie ihre Bandkollegen von der Kirchenband an. Zusammen mit den Bareuthers macht sie bei Gottesdiensten in den Gemeinden Langsdorf und Bettenhausen Musik. Und auch ihr Vater Günter wurde nach jahrelanger Pause wieder akquieriert. Denn früher hat er schon einmal in einer Band gespielt. Genauso wie Matthias Bareuther, der in einer Band spielte, die sich vor Jahren aufgelöst hatte und nur noch zu Hause die Gitarre in die Hand nahm.

Nur Schlagzeuger Simon Mallien kommt nicht aus Langsdorf beziehungsweise Bettenhausen, sondern aus Marburg, und er spielt sonst in einer Grunge- und New-Metal-Band. Auf dem Album geben zusätzlich noch alte Bekannte von Günter Zeidler ein Gastspiel, wie etwa Marquard Nau-Mallien, der Vater des Schlagzeugers, der Tuba spielte. Und zur Ballade »Tonight« überlegte sich Marlenas Onkel Volker Bilz ein Oboen-Solo.

»Erst nach dem Album kam der Band-Gedanke«, berichtet Günter Zeidler. »Zurzeit stehen wir noch ziemlich am Anfang, wir haben uns gerade zusammengefunden und beginnen, uns als Band zu entwickeln.« In Lich wird es deshalb der erste Auftritt in dieser Konstellation sein, entsprechend groß ist auch die Vorfreude bei Marlena Zeidler (Keyboard, Gesang), Simon Mallien (Schlagzeug), Matthias Bareuther (Gitarre), Lara Bareuther (Gesang), Tim Bareuther (Bass) und Günter Zeidler (Keyboard). »Wir haben eine ziemlich gute Chemie untereinander«, sagt Marlena über die Band, die eine Altersspanne von zwölfeinhalb bis 56 Jahre umfasst.

Hören wird man auf »Summervibes« unterschiedliche Musikrichtungen. Die meisten Texte sind in Englisch, aber es findet sich beipielsweise auch das Stück »Nicht mehr geh’n" darunter. »Ich hatte das Verlangen, alle Richtungen mal auszuprobieren, deshalb ist es kunterbunt«, erzählt Marlena. Ein spezielles musikalisches Vorbild hat sie nicht. Neben rockigen Popsongs gibt es auch Funk, ein bisschen Hip-Hop und klassische Elemente. Beim Konzert in Lich spielen sie auch Cover-Stücke wie Birdys »Skinny Love«, Amy McDonalds »This is Life« oder »Bed of Roses« von Bon Jovi. Da im November pamdemiebedingt die Release-Party zu »Summervibes« nicht stattfinden konnte, brennen sie darauf, nun dem Publikum ihr Werk zu zeigen.

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