Verwandelte Wörter

  • schließen

- Der einstige Schlafsaal der Mönche in Kloster Arnsburg war wieder Ort einer außergewöhnlichen Veranstaltung. Das evangelische Pfarramt hatte geladen, und viele Gemeindeglieder aus der Umgebung waren gekommen. Darüber hinaus Tanzfans, die diese Gemeinschaftschoreografie von vier Mitgliedern der Tanzcompagnie Gießen erleben wollten. Und Musikfreunde, die die Eigenkomposition von Manfred Becker hören wollten, der mit seinen Kollegen Joe Bonica und Frank Höflinger live aufspielte.

- Der einstige Schlafsaal der Mönche in Kloster Arnsburg war wieder Ort einer außergewöhnlichen Veranstaltung. Das evangelische Pfarramt hatte geladen, und viele Gemeindeglieder aus der Umgebung waren gekommen. Darüber hinaus Tanzfans, die diese Gemeinschaftschoreografie von vier Mitgliedern der Tanzcompagnie Gießen erleben wollten. Und Musikfreunde, die die Eigenkomposition von Manfred Becker hören wollten, der mit seinen Kollegen Joe Bonica und Frank Höflinger live aufspielte.

Ausverkaufte Benefizveranstaltung

Die Anregung zum Thema "Seligpreisungen Jesu" hatte Ruth von Förster-Kamlah gegeben. Die Premiere blieb im Raum Gießen weitgehend unbeachtet, fand sie doch im vergangenen Sommer in der einstigen Hospitalkirche der Johanniter in Butzbach-Nieder-Weisel statt. Die zweite Aufführung in einer überarbeitete Version war am Samstagabend im Dormitorium von Kloster Arnsburg zu erleben. Die Sitzreihen waren nicht nur ausverkauft, erfreulicherweise hatten einige der geladenen Gäste die Benefizveranstaltung bereits mit weiteren Spenden bedacht, die der Jugendarbeit des VdK (Verband Deutsche Kriegsgräberfürsorge) gelten.

Pfarrer Manfred Wenzel las die acht Seligpreisungen Jesu vor, die die "Bergpredigt" eröffnen. Das sind ethische Verhaltensanweisungen, in denen die christlichen Werte Barmherzigkeit, Friedfertigkeit und Gerechtigkeit benannt werden. An einer Stelle machte er weitere Ausführungen unter Einbeziehung der Kriegsgräberstätte im Kreuzgang. Neben ihm auf der Bühne spielte das Musiktrio atmosphärisch dichten Jazz mit Akkordeon, Bass und Schlagzeug.

Der Tanz fand quasi eine Etage tiefer in der Mitte des Raumes statt, die Zuschauenden saßen ringsum. Man war den drei Tänzerinnen Caitlin-Rae Crook, Marine Henry, Magdalena Stoyanova und dem Tänzer Sven Krautwurst also ganz nah.

"Selig sind die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich": Caitlin-Rae Crook tanzte selbstvergessen im langen blauen Rock. "Selig sind die Leid Tragenden" war verbildlicht durch einen schwarzen Plastiksack, der geschleift, getragen und über den Kopf gestülpt eine schwere Last andeutete (Henry). Sven Krautwurst gab den Sanftmütigen im langen schwarzen Rock, der Sand durch die Hände rieseln ließ, und war in der nächsten Szene der gewalttätige Zuhälter. Gerechtigkeit konnte von den anderen nur gemeinsam hergestellt werden.

Es folgten Passagen, in denen die Musik sich allein entfalten konnte, in der Tanz allein zum gesprochenen Worte wirkte (Stoyanova) oder der Körper im Zwiegespräch mit den Geräuschen des Akkordeons stand (Krautwurst). Erst nachdem drei Torwächter in ihren langen steingrauen Mänteln überwunden waren, wurde Frieden möglich, symbolisiert durch sanftes Stupsen mit dem Kopf. Insgesamt eine höchst anregende Interpretation des gesprochen Wortes durch den Tanz. Die Intensität dieser "Verwandelten Wörter" wirkte nach, wie den lebhaften Gesprächen im Anschluss zu entnehmen war. Für die meisten Anwesenden dürften die Seligpreisungen künftig mit diesen Bildern verbunden bleiben. Dagmar Klein

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare