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Wolfgang Pappe (l.), Henrich Dörmer und Manfred Hanisch (r.) lesen bei der Premiere von "Wüstes Hausen" gemeinsam.

Ein Verbrechen vor 600 Jahren

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Lich (con). Kriminaloberkommissar Cervinus ermittelt wieder in Lich und Umgebung. Wandert man durchs Feld von Lich nach Nieder-Bessingen, stehen die Chancen gut, dass man sie im Wald entdecken kann: Die Ruinen der Wüstung Hausen.

Das kleine Dorf wurde im 15. Jahrhundert aufgegeben und verlassen. Erst fast 500 Jahre später, im Jahr 1969, wurden es wieder ausgegraben. Heute ist nicht viel mehr zu sehen als die moosbewachsenen Grundmauern der früheren Dorfkirche zwischen den Bäumen des Waldes. Dieser Ort hat den heimischen Autor Henrich Dörmer so sehr beeindruckt, dass er direkt den "Tatort" seines vierten Romans rund um den Kriminaloberkommissar Martin Benedikt Cervinus in die Ruinen des Dorfes verlegte - oder besser gesagt: In dessen direkte Umgebung, als es noch bewohnt war.

Pfarrer ermordet

Am Samstag präsentierte Dörmer seinen vierten und neuesten regionalen Kriminalroman "Wüstes Hausen" in der Gaststätte "Alt Lich". Nach "Bunkerschlag", "Annas Schlag" und "Hünenschlag" ist es auch der vierte Roman rund um Cervinus, dessen Fälle auffällig oft einen Bezug zur Vergangenheit haben.

Im Gegensatz zu der für ihn sonst üblichen Formel eines Kriminalfalls, dessen Bezüge sich bis ins Mittelalter ziehen, geht Dörmer diesmal einen anderen Weg: Die Haupthandlung des Romans findet gleich ganz im Mittelalter statt, die Gegenwart ist nur eine Nebenhandlung. Das Verbrechen ist ein denkbar furchtbares im 15. Jahrhundert: Der Hausener Pfarrer wird am Ufer der Wetter erschlagen von dem zufällig vorbeikommenden Mönchs Martinus gefunden - der dann von hinten niedergeschlagen wird. Schnell fällt der Verdacht auf den Zisterzienser, der nun alle Mühe hat, beim Verfahren unter der Häuser Gerichtslinde seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen.

Ziemlich genau 600 Jahre nach dem mittelalterlichen Mord wird Kriminaloberkommissar Cervinus zu einem Mordtatort in die Wetterwiesen zwischen Lich und Langsdorf gerufen - zufälligerweise just jenen Ort, an dem damals der sterbende Priester gefunden wurde. Doch damit nicht genug: Das Mordopfer liegt vermutlich schon einige hundert Jahre an der Stelle. Gerade als Cervinus den Tatort verlassen will, wird auch er niedergeschlagen, genau so wie sein Namensvetter 600 Jahre früher. Was haben die beiden Geschichten miteinander zu tun?

Dörmer wurde am Samstag auch wieder von seinem regelmäßigen Lesungspartner Manfred Hanisch begleitet, der immer Cervinus Kollegen aus Bettenhausen spricht. Erstmals unterstütze Lektor Wolfgang Pappe die Lesung und sprach einige Rollen.

Der 312 Seiten umfassende Roman "Wüstes Hausen" von Henrich Dörmer ist unter der ISBN 978-3-7481-9218-3 zum Preis von 12,90 Euro bei allen gängigen Großhändlern und für 5,99 Euro bei eBook-Plattformen zu erhalten.

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