"Unser Krisenstab tagt täglich"

  • vonChristina Jung
    schließen

Lich(ti). Die Corona-Fälle im Landkreis Gießen sind über das vergangene Wochenende erneut deutlich angestiegen. Mehr als 1000 Fälle wurden mittlerweile nachgewiesen. Wie reagieren die Verantwortlichen der Asklepios-Klinik in Lich auf die Entwicklung? Nachgefragt bei Dr. Thilo Schwandner, dem Ärztlichen Direktor der Klinik.

Die Anzahl der Corona-Infizierten im Landkreis nimmt nach wie vor zu. Die Asklepios-Klinik hat bereits mit einem Besuchsverbot reagiert. Sind weitere Maßnahmen wie beispielsweise in Wetzlar geplant, wo gerade ein Teil der Kardiologie zur Corona-Station umfunktioniert wird?

Unser Krisenstab tagt täglich, diskutiert die Entwicklung der Zahlen und auf dieser Basis wird aktuell die Erweiterung der bestehenden Corona-Station umgesetzt, um bei weiter steigenden Zahlen und stationären Aufnahmen sofort reagieren zu können.

Wie sieht es mit den personellen Kapazitäten aus, reichen sie auch für eine maximale Auslastung mit Corona-Patienten?

Ja. Bereits im Frühjahr haben wir reagiert und seitdem kontinuierlich Personal geschult und weitergebildet. Dieses kann jederzeit bei der Behandlung von Corona-Patienten eingesetzt werden, wenn die Zahlen es erfordern sollten.

Wie viele Betten stehen für diese zur Verfügung?

Aktuell 14 Betten auf Normalstation, eine Erweiterung ist jederzeit möglich. Ebenso ist eine maximale Behandlungskapazität von 20 Betten auf der Intensivstation möglich.

Wie schätzen Sie die aktuelle Lage im Vergleich zum Frühjahr ein?

Im Vergleich zum Frühjahr gibt es bezüglich der Behandlungen viele Erkenntnisse, die genutzt werden können. Das Personal ist geschult und weitergebildet. Die Prozesse sind definiert und erprobt, das ermöglicht eine sofortige Umsetzung bei entsprechenden Eskalationsstufen. Die Schutzausrüstung ist in ausreichender Menge vorhanden.

Halten Sie die von der Politik angeordneten Schutzmaßnahmen für ausreichend?

Dazu ist klar zu sagen, dass es auf jeden Einzelnen ankommt und die Umsetzung der Grundregeln wie Abstand, Händehygiene und Mund-Nase-Schutz. Die weitestmögliche Reduzierung von persönlichen Kontakten, keine großen Feiern, nach Möglichkeit keine Reisen sind Maßnahmen, die jeder Einzelne von uns aktuell berücksichtigen sollte. Wir als Klinik reagieren, indem wir bereits seit März eine strikte Maskenpflicht, Besuchsbeschränkungen/Besuchsverbote und zusätzliche Ansprachen/Schulungen im Bereich Hygiene durchführen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare