NABU stellt Strafanzeige

Unbekannte zerstören Horste

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Lich/Pohlheim/Fernwald(pm). Im Wald des Höhlerbergs zwischen Lich, Pohlheim und Fernwald sind mehrere Greifvogelnester verschwunden. Der Kreisverband Gießen des NABU hat Anzeige gegen Unbekannt bei der Unteren Naturschutzbehörde gestellt.

Laut NABU fehlen zum Teil die kompletten Bäume inklusive der Wurzelteller. Mitglieder des Kreisverbands hatten im Winter 2017 eigene Kartierungen der Horste mit GPS-Vermessungen vorgenommen und am Höhlerberg sechs Horste in einem Radius von einem Kilometer um die geplanten Windkraftanlagen festgestellt. Bereits bei einer Kontrolle im Winter 2019 fehlten davon drei.

In dem Gebiet gehe es um insgesamt 16 Greifvogelhorste - unter anderen von Rotmilanen, die sich dort neu angesiedelt hatten. "13 Greifvogelhorste verschwunden", schreibt der NABU. "In mindestens zwei Fällen durch komplettes Entfernen der Bäume."

Mitglieder des Kreisverbands fragen sich, wer so etwas getan haben könnte. Seien die Horste verschwunden, weil in dem Gebiet Windkraftanlagen entstehen sollen?, schreibt der NABU. Derartige Aktionen brächten zumindest "die Windkraftindustrie und die notwendige Energiewende leider sehr in Verruf." Es sei "nicht vorstellbar, dass mit so schwerem Gerät in den Licher Wald eingedrungen wird und Bäume gefällt werden, ohne das der zuständige Förster das mitbekommt."

Die vorsätzliche Beseitigung von Nestern geschützter Vögel ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz ein Straftatbestand. Zur Anzeige habe man sich entschlossen, um die Straftat öffentlich zu machen und möglicherweise Zeugen zu finden. "Gerade die Tatsache, dass nicht nur Horste, sondern gleich die ganzen Bäume und dann auch noch mit Wurzeln entfernt wurden, deutet auf eine gezielte und hohe kriminelle Energie hin."

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