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Storchenmast mit besonderem Standort in Ober-Bessingen

  • vonPatrick Dehnhardt
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Der neue Horst für Störche in Ober-Bessingen hat einen günstigen Standort: Von einer nahen Straße aus lässt sich problemlos in ihn hineingucken.

Wenn man möchte, dass sich Störche niederlassen, ist ein Nest auf einem Mast ein »Must have«. Denn die schwarz-weißen Vögel lieben es, von erhöhter Position übers Land zu blicken - ist ja auch im Vergleich zum Leben als Bodenbrüter sicherer.

In Ober-Bessingen wollte man nun dieses »Mast have«, Verzeihung, »Must Have« für Störche auch haben, und zwar in besonderer Lage: Direkt an der Wetterbrücke, nur einen Steinwurf von der Pforte entfernt, sollte der Storchenbrutplatz entstehen.

Die Eichbaumgruppe spendete das Fundament, welches von der Firma Bauerfeind gegossen wurde. Schließlich braucht so ein rund zehn Meter hoher Mast auch eine stabile Verankerung im Erdreich. Nicht, dass wenn Mutter oder Vater Storch den Jungen eine besonders dicke Kröte anschleppen, das Storchenheim in Schieflage gerät oder gar umkippt. Den Stamm selbst holte Gerhard Schäfer aus dem Wald, einen geeigneten Korb fertigten Ottmar Römer, Lars Koppel und Gerhard Schäfer an.

Beim Aufstellen war dann echte Teamarbeit gefragt, schließlich ist so ein langer Stamm schwer. Doch den drei bereits genannten sowie Sven Römer, Klaus-Dieter Roth, Roland Schäfer und Rüdiger Zeutzheim gelang es schließlich, den Mast gerade aufzustellen und mit langen Schrauben fest mit dem Fundament zu verbinden.

Doch warum genau dieser Standort? Schließlich gibt es in der Wetteraue vor Lich bereits schon einige Masten, auf denen sogar die ersten Rückkehrer aus dem Süden bereits Quartier bezogen haben. Tja: Der Mast liegt so, dass man ihn vom dem Platz, an dem die Gedenkbank für Erich Bünding steht, problemlos und ohne Fernglas sehen kann. So können Groß und Klein verfolgen, ob der Klapperstorch schon bei sich selbst geliefert hat.

Das silberne Band in der Mitte des Stamms hat übrigens auch einen Sinn: Es soll Raubtiere, etwa Waschbären, davon abhalten, den Horst zu erklimmen und die Brut zu vernichten. Zwar soll es einige Licher geben, die dem sofort widersprechen und den Waschbär fast schon zum Vegetarier erklären würden - aber in Ober-Bessingen geht man dennoch lieber auf Nummer sicher.

Vom Storcheneigenheim in verkehrsgünstiger Lage erhofft man sich im Dorf, dass der Storch nun auch die kurzen Wege zu schätzen und zu nutzen weiß. »Vielleicht gibt es jetzt nochmal einen Aufschwung bei den Kinderzahlen im Dorf«, scherzte Ortsvorsteherin Karin Römer. Da müsste man eigentlich 2022 mal Bilanz ziehen... pad/FOTO: PAD

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