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Ein Schwarzwälder in Lich

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Von Schwarzwälder Kirschtorte hat jeder schon gehört. Aber Schwarzwälder Kaltblut? Den Namen kennen wohl nur echte Pferdefans. Und die, die am vergangenen Sonntag beim Reit- und Fahrverein Lich bei der Fuchsjagd zuschauten und die Zugpferde vor der Kutsche von Jürgen Damasky sahen.

Tatsächlich sind die Schwarzwälder nicht oft zu sehen: Sie stehen auf der Roten Liste der gefährdeten einheimischen Nutztierrassen in Deutschland. Das hat gleich zwei Gründe: Zum einen wollte das Landgestüt Karlsruhe ab 1880 ausländische Kaltblutrassen einkreuzen. Die Schwarzwälder Bauern hielten davon wenig, da sie die schweren Kreuzungstiere für die Arbeit im Gelände des Schwarzwaldes für ungeeignet hielten. Also züchteten sie heimlich mit echten Schwarzwäldern weiter.

Viel härter traf die Schwarzwälder jedoch die Motorisierung der Landwirtschaft. Der Traktor ersetzte ihre Dienste. 1977 gab es nur noch 159 Stuten. 2012 waren es laut Wikipedia wieder 700 Zuchtstuten.

Heute hat die Rasse wieder viele Liebhaber. Auch Damasky mag seinen Schwarzwälder Fuchs. Bei ihm darf das Pferd auch tun, wofür es einst gezüchtet wurde: Baumstämme aus dem Wald ziehen, beim Heumachen eingesetzt und vor die Kutsche gespannt werden - Letzteres übrigens nicht nur, wenn gerade Fuchsjagd in Lich ist. (pad/Foto: pad)

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