Schon 2035 klimaneutral?

  • vonred Redaktion
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Lich(pm). Ein Klimamanager für Lich ist bereits beschlossene Sache. Mit der Schaffung dieser Stelle soll unter anderem die Reduktion der CO2-Emissionen bis 2050 um 95 Prozent erreicht werden. Laut Klimaschutzkonzept der Stadt lagen sie 1990 bei 52 150 Tonnen/Jahr.

Die SPD möchte noch einen Schritt weitergehen. In einer Pressemitteilung setzen sich die Vorsitzenden Ruth Rohdich und Knut Stieger dafür ein, dass Lich schon früher, idealerweise 2035, eine klimaneutrale Kommune ist. Dies soll durch eine klimaneutrale, lokale Energieerzeugung, klimaneutral und sozialverträgliches Bauen und Modernisieren oder klimaneutrale Mobilität umgesetzt werden. Dies würde auch bedeuten, innovative Technologien und Arbeitsplätze in der Region zu halten.

"Aber vor allem muss ein Bewusstsein für die Notwendigkeit der Veränderungen und Maßnahmen in allen Gesellschaftsbereichen der Stadt geschaffen werden", heißt es. Die Vorsitzenden betonen, dass der Weg hin zur Klimaneutralität sozial verträglich und wirtschaftlich ausgewogen gestaltet wird. Der stellvertretende Pressesprecher Gerrit Gissel hofft dafür auf Vorschläge und Anregungen aus der Bevölkerung. Nach der Sommerpause wolle die SPD ihr Diskussionsformat "Talk unterm Turm" nutzen, um mit Experten, Politikern und Bürgern Ideen zu entwickeln.

Windkraft: Pro und Contra

Eine Rolle bei der Energiewende wird nach Ansicht der SPD die Windkraft spielen. Die zwei Windräder der Firma Nordex zum Beispiel, die die Green City AG auf dem Höhlerberg errichten will, können insgesamt 5,7 Megawatt Strom erzeugen. Rein rechnerisch könnte Lich damit bis zu 17 000 Tonnen CO2 aus der kommunalen Bilanz streichen. Doch obwohl der Mindestabstand von 1000 Metern zu den nächsten Siedlungen eingehalten wird, hat der Magistrat dem aktuellen Planungsstand nicht zugestimmt.

Belange von unmittelbaren Anliegern, vor allem der Asklepios-Klinik, würden nicht ausreichend beachtet, äußert Bürgermeister Julien Neubert. Kritisch bewertet er auch, dass für die Inbetriebnahme der Anlagen 2,5 Hektar Wald gerodet werden müssen. Allerdings sei der Höhlerberg vor über zehn Jahren von den Landesbehörden als Vorranggebiet für Windenergie eingestuft worden.

Die von der Stadt organisierte Bürgerinformation zur Windkraft habe Anregungen geboten, um Vorstellungen für eine andere Form der Energieversorgung zu entwickeln. Rohdich und Stieger wünschen sich für die Zukunft regelmäßig derartige Veranstaltungen.

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